Leiche im Getränkemarkt: Filmdreh mit Ralf Richter

Von: hewi
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Nicht nur Schauspieler Ralf Richter (l.) stand im Rewe-Markt Erkelenz vor der Kamera, auch Marktleiter Bernhard Steffens (r.) „durfte“ vor der Kamera einen blutigen Tod sterben. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Bernhard Steffens hat seltsame Geräusche aus dem Getränkemarkt gehört. Deshalb ist der Rewe-Marktleiter unterwegs, um nachzuschauen. Einige Augenblicke später ist er tot. Die Kugeln einer Pumpgun haben ihm ein riesiges Loch in den Bauch gerissen. Alles ist voller Blut. Reglos liegt er zwischen Getränkekästen und Partyfässern.

„Prima, danke!“, ruft Regisseur Patrick Roy Beckert. Die Szene ist im Kasten und Steffens völlig verschmiert mit Kunstblut, das in Sprengkapseln unter seinem Hemd angebracht war. Als die detonierten, zog ihn ein Mitarbeiter des Filmteams von hinten mit einem Seil um und er landete auf einer Matratze. Geschossen hat niemand geringerer als der bekannte Schauspieler Ralf Richter, den es an diesem Morgen nach Erkelenz verschlagen hat, um eine wichtige Schlüsselszene für den Action-Thriller „Breakdown Forrest – Reise in den Abgrund“ zu drehen.

Zum Auftakt tötet Richter neben dem Marktleiter Steffens noch einen Markt-Mitarbeiter und einen Gangster, der ihm vor dem Markt auflauert. Der hat aber zuvor noch Zeit, Richters Geisel zu erschießen. Also ein ganz ordentliches Programm für einen Morgen in Erkelenz.

Kleines Budget

Das Besondere an diesen Dreharbeiten in Erkelenz war, dass einige der Akteure im wahren Leben wirklich Marktleiter oder, wie im Falle der Geisel, eine Kundin des Produzenten waren. Die Bezeichnung Produzent deckt bei Thomas Kercmar kaum ab, was er alles tut. Der Erkelenzer Versicherungsfachmann sorgt für die Finanzierung, überredet Schauspieler wie Richter und Martin Semmelrogge zur Mitarbeit und besorgt auch die Matratze, auf die der Marktleiter fällt. Darüber hinaus ist er gleich in mehreren Rollen im Film vertreten. „Eigentlich habe ich die Arschkarte“, erklärt er und grinst. Denn letztendlich ist er ebenso wie der Rest des Teams mit viel Herzblut bei der Sache.

Das Filmprojekt begann vor zwei Jahren auf einer eher laienhaften Basis. Mit dem ersten fertigen Film waren Regisseur Beckert und Kercmar nicht zufrieden und beschlossen daher, das ganze neu und diesmal professionell aufzuziehen. „Bei einem Budget von deutlich unter einer Million wird man erfinderisch“, betont Kercmar. Sponsoren seien daher „herzlich willkommen“.

Parallel zum neuen ersten wird auch schon am zweiten Teil des Thrillers gearbeitet. Auch dafür wird man es im August in Erkelenz krachen lassen, wenn Martin Semmelrogge und weitere finstere Gestalten die Sparkasse unsicher machen.

Qualitativ und kreativ werde sich die Produktion sicher mit weitaus kostspieligeren Filmen messen können, ist sich Kercmar sicher. Und man wird immer wieder das eine oder andere bekannte Gesicht entdecken. „Die Menschen, die wir gefragt haben, spielen gerne mit“, weiß Beckert zu berichten.

Marktleiter Steffens war spontan bereit, die Location und sich selbst als Zielscheibe zur Verfügung zu stellen. „Ich fand die Idee witzig“, erklärte er. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich ohne Risiken erschießen zu lassen.“ Beim Dreh waren Ehefrau Cindy und die beiden Kinder natürlich dabei.

„Ich bin wegen der Beharrlichkeit von Thomas und wegen des Drehbuchs dabei“, erklärte Richter am Rande des Drehs. „Außerdem ähnelt meine Rolle einem Charakter beim Computerspiel GTA 5, das ich gerne spiele.“

Das punktgenau spritzende Blut war Aufgabe der Pyrotechniker von „S.W.A.T.“, einem in Süddeutschland ansässigen Unternehmen, das die Lizenz zum Krachen hat. Im Herbst soll der erste Teil des Thrillers fertig sein. Weitere werden folgen.

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