Lehrergewerkschaft schlägt Privatschule als Lösung vor

Von: red
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Waldfeucht. Die Schließung der Sekundarschule Waldfeucht ist von der Bezirksregierung Köln beabsichtigt, da in den vergangenen drei Jahren zu wenige Kinder für die fünfte Klasse aus der Gemeinde Waldfeucht angemeldet worden sind.

Aktuell laufen Gespräche, den Schulstandort in Haaren als Teilstandort einer Heinsberger Schule zu erhalten.

Der GEW-Kreisverband wendet sich in einer Stellungnahme nun einerseits gegen diese Schließung der Sekundarschule, da die Schule in der Gemeinde Waldfeucht das einzige weiterführende Angebot darstellt. Andererseits bringt die Gewerkschaft die Möglichkeit einer Privatschule ins Spiel. Mehrere Gemeinden im westfälischen Raum haben ihre Verbundschulen zu privaten Sekundarschulen umgewandelt: Ein Weg auch für Waldfeucht?

In Westfalen war das Szenario ähnlich wie in Waldfeucht: Es habe nicht genug Anmeldungen für öffentliche Schulen gegeben. Deshalb wurden private Sekundarschule gegründet – da gibt es keine Untergrenze.

GEW-Kreisvorsitzender, Klaus D. Lange: „Nach dem Schulkonsens soll es keine Konflikte auf Landesebene geben. Politisch sollen Städte und Gemeinden und am besten noch die Eltern die Verantwortung dafür übernehmen.“ Deshalb dieses Konstrukt Sekundarschule. Deshalb auch „absichtlich“ keine Planung, sondern ein „Durcheinander“, meint Lange. „Man schiebt alles auf die kommunale Ebene ab. Dann hofft man, dass sich vor Ort schon die Fortschrittlicheren unter extrem schlechten Bedingungen in einem total aufreibenden Kampf durchsetzen werden“, sagt Lange.

Die Sekundarschule in Waldfeucht wird in Zukunft keine Dreizügigkeit bei den Eingangsklassen gewährleisten. Die Bezirksregierung bezieht sich auf das kommende Schuljahr: Unter den aktuellen Anmeldungen sind nur 17 Waldfeuchter, ansonsten 39 Heinsberger, fünf Wassenberger und zwei Flüchtlingskinder. Der Anteil von Kindern aus Waldfeucht liegt bei nur 20 Prozent.

Nun bringt die Lehrergewerkschaft die Sekundarschule in privater Trägerschaft als Lösung ins Spiel. Eine Schule zu gründen, stehe jedem Bürger zu. Das Grundgesetz garantiere das „Recht zur Errichtung von privaten Schulen“. Diese müssen in Erziehungs- und Bildungszielen, Ausstattung und Lehrerqualifikation den Standards der öffentlichen Schulen entsprechen. Es gibt aber auch abschreckende Hürden: Drei Jahre müssten die Schulen ohne staatliche Zuschüsse auskommen, sagt Lange.

Als einziges Bundesland gewähre Nordrhein-Westfalen eine Refinanzierung zwischen 87 und 94 Prozent der Kosten. Mit Spenden und Elternbeiträgen sei die Finanzierung der sechsprozentigen Lücke teilweise möglich, sagt Lange.

„Genehmigungsbehörde für eine private Sekundarschule ist die jeweilige Bezirksregierung. Ein Trägerverein sollte die notwendigen Bedingungen erfüllen, um einer Prüfung standzuhalten. Der Schulbetrieb soll ja langfristig gesichert sein“, sagt Lange. Dafür müsse die Bezirksregierung Köln das Projekt genehmigen. „Eine solide Basis sollte schon vorhanden sein.“

An der privaten Sekundarschule in Rüthen wurden für das Schuljahr 2016/17 insgesamt 47 Neuzugänge angemeldet. Wie es das Konzept der Schule festlegt, werden zwei Klassen gebildet. Elf Kinder kommen nicht aus dem Stadtgebiet. Das Interesse Auswärtiger ist aber größer geworden. Das Know-how der Rüthener in Sachen Sekundarschule ist begehrt. Das zeigen die vielen Anfragen – auch von Gemeinden aus dem Rheinland.

Für Waldfeucht ist der GEW-Kreisverband überzeugt, dass die Gemeinde mit der Sekundarschule die richtige Wahl getroffen hatte. Denn: Eine Gesamtschule wäre einfach zu groß. Im Grunde ist die Sekundarschule die beste Lösung – „vielleicht auch in privater Trägerschaft“, meint Lange.

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