LED auf dem Vormarsch: 200.000 Euro pro Jahr gespart

Von: Daniel Gerhards
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Mit moderner Technik spart die Stadt nun Geld und verringert den CO₂-Ausstoß: Elektromonteur Stefan Alles kontrolliert eine LED-Leuchte in Heinsberg. Foto: Jürgen Ritterbach

Heinsberg. Es liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: 3500 neue Leuchten sparen der Stadt Heinsberg einen dicken Batzen Geld. Und im kommenden Jahr sollen die Investitionskosten bereits durch die Einsparung ausgeglichen sein. Betriebswirtschaftlich würde man sagen: Die Modernisierung hat sich 2015 amortisiert.

Und das überraschte selbst die Verantwortlichen der Verwaltung und des Netzbetreibers Alliander. Denn eigentlich plante man, dass die Investition bis 2017 durch die Einsparungen „zurückverdient“ sein sollte.

In Zahlen sieht die Bilanz der Modernisierung der Straßenbeleuchtung wie folgt aus: 885.000 Euro hatte die Stadt in den Jahren 2010 und 2011 investiert. 3500 der 7000 Straßenleuchten in der Stadt tauschte der Netzbetreiber aus. „Dank dieser Modernisierung hat die Stadt bei der Wartung und Instandhaltung in den vergangenen drei Jahren über 85.000 Euro gespart. Das entspricht einer nachhaltigen Einsparung von 30.000 Euro pro Jahr“, heißt es von Alliander.

Dazu kommt, dass die modernen Leuchten wesentlich weniger Energie benötigen als die alten. Die Energiekosten seien seit 2010 um 475.000 Euro gesunken. Das entspreche einer jährlichen Einsparung von rund 170.000 Euro.

Dass die Einsparungen so groß waren, führt Eduard Sudheimer, Kaufmännischer Geschäftsführer von Alliander, darauf zurück, dass die Stromkosten in den vergangenen Jahren stärker gestiegen sind als angenommen. Deshalb machten sich die sparsamen Leuchten noch stärker bezahlt. „Es war absehbar, dass die Energiekosten steigen“, dass sie sich so schnell erhöhen, sei aber doch überraschend gewesen, sagt Sudheimer. Dieser Effekt bessert die Bilanz des Leuchtentauschs also zusätzlich auf.

Effizienter sind die neuen Leuchten nicht nur, weil sie technisch auf einem neueren Stand sind als ihre Vorgänger. Sie können nun auch bedarfsgerecht gesteuert werden. Das bedeutet, dass die Lampen gedimmt werden können. So sollen sie je nach Uhrzeit und Verkehrsaufkommen manchmal heller und manchmal weniger hell leuchten.

Bei etwa zehn Prozent der Straßenleuchten setzt Alliander aktuell auf moderne LED-Technik. Diese Technik sei zwar enorm fortschrittlich, es rechne sich aber häufig noch nicht, sie einzubauen. Denn es gebe noch einen „erheblichen Preisunterschied“ zwischen LED-Technik und modernen herkömmlichen Leuchtmitteln, sagt Alliander-Netzbetriebsleiter Hans-Gerd Bräkling. Im Klartext: LEDs sind noch zu teuer. Aber: Sie werden immer effizienter und billiger. Deshalb ist Bräkling davon überzeugt, dass diese Technik im Kommen ist.

Der Austausch der Straßenleuchten war in Heinsberg auch deshalb so erfolgreich, weil es ein großes Einsparpotenzial gab. Die Beleuchtungstechnik sei teilweise veraltet gewesen und verbrauchte deshalb zu viel Strom.

Außerdem seien auch die Lichtemissionen bei den alten Leuchten sehr groß gewesen. Das heißt, dass das Licht nicht bloß dort ankam, wo es hingehört – auf die Straßen, Geh- und Radwege –, sondern auch in Vorgärten, auf Häuserwände und Grünanlagen strahlte. Die modernen Lampen könne man viel gezielter ausrichten, sagt Bräkling.

Bei dem gesamten Projekt war der Stadt Heinsberg eines wichtig: Bei allem Sparwillen müssten die Straßen auch nachts beleuchtet sein, sagt Jakob Gerards, Erster Beigeordneter. In mehreren Orten im Selfkant hatte es für großes Unbehagen gesorgt, dass dort die Straßenbeleuchtung in der Nach abgeschaltet worden war. „Straßenbeleuchtung hat etwas mit Sicherheit und gefühlter Sicherheit zu tun. Wir wollen beidem gerecht werden“, sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Auch wenn die Stadt nun Geld einspart, sei das nicht für neue Investitionen eingeplant. Dieder: „Was wir einsparen, verringert das Defizit in unserem Haushalt.“

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