Lebhaftes Personalkarussell: Von vier Vorständen nur noch einer übrig

Von: Anna Petra Thomas
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Heinsberg-Kirchhoven. Sie waren mal zu viert, jetzt ist nur noch einer übrig im geschäftsführenden Vorstand des Fördervereins für das Kirchhovener Freibad: Der Schriftführer und zweite Kassierer Norbert Doutrelepont hält hier derzeit ganz alleine die Stellung. Die übrigen drei Vorstandsmitglieder sind seit der Vereinsgründung Ende 2015 inzwischen allesamt zurückgetreten. Gab es etwa Zoff hinter den Kulissen?

Den Anfang hatten bereits am 7. Juni der Vorsitzende Ralf Müller und der Kassierer Heinz-Hubert Philippen gemacht. In einem Schreiben an unsere Zeitung nannten sie keinen Grund, wünschten dem Verein, vor allem den freiwilligen Helfern und der Bevölkerung jedoch „weiterhin gutes Gelingen, gutes Badewetter und einen tollen Erfolg für diese und die kommenden Badezeiten“.

Messlatte zu hoch gehängt

Während Philippen seinerzeit schwer erkrankt war, äußerte sich Müller auf Nachfrage etwas genauer: „Die Parameter des Miteinanders stimmten nicht mehr“, erklärte er. Er habe andere Ansprüche an die Umsetzung gehabt, sagte er, räumte dann jedoch ein: „Vielleicht haben wir die Messlatte auch zu hoch gehängt.“ Es gebe keinen handfesten Streit, es gehe allein um die sachliche Umsetzung.

Die bisherigen Vertreter der beiden, die zweite Vorsitzende Marita von den Driesch sowie der Schriftführer und zugleich zweite Kassierer Norbert Doutrelepont, sollten die Ämter des Vorsitzenden und des Kassierers zunächst weiter ausüben.

Eine Mitgliederversammlung noch vor den Sommerferien sei seinerzeit im Vorstand diskutiert worden. Eine Mehrheit dafür habe sich dann jedoch nicht gefunden, so Pressesprecher und Beisitzer Laury Hubert. „Aufgrund des hohen Arbeitsaufwands während der laufenden Badesaison bestand bald Einigkeit darüber, die Mitgliederversammlung erst nach Saisonende abzuhalten.“

Wie erst jetzt auf Nachfrage bekannt wurde, war zudem bereits am 6. Januar Stephan Klumpen aus beruflichen Gründen aus den Reihen der ehemals insgesamt 17 Beisitzer des Vorstands ausgeschieden. Ihm folgten am 13. Juni Stefan Storms und am 13. September Regina van den Berg, beide aus persönlichen Gründen.

Am 12. September hat nun auch die zweite und seit dem Rücktritt Müllers kommissarische Vorsitzende Marita von den Driesch das Handtuch geworfen. „Aus persönlichen Gründen“, lautete auch hier die offizielle Begründung. Auf die Frage, worauf die große Zahl von Rücktritten im ersten Jahr des Vereinsbestehens zurückgeführt werde, erklärte der Vorstand offiziell: „Viele Rücktritte im ersten Vereinsjahr sind maßgeblich auf die hohe Arbeitsbelastung zurückzuführen.“

Mitglieder des Vorstands seien meist doppelt eingespannt worden. „Neben den im Vereinsvorstand anfallenden ehrenamtlichen Arbeiten waren viele Vorstände in zusätzlichen Ehrenämtern im operativen Freibadbetrieb engagiert.“

„Das stimmt“, sagte Marita von den Driesch im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber es sind auch andere Gründe, die sie zum Rücktritt bewogen haben. Da wäre etwa die Verteilung der Kompetenzen zwischen dem Verein und der am 15. Juni gegründeten gemeinnützigen GmbH mit Namen „Bürgerbad Kirchhoven“ für den operativen Schwimmbadbetrieb.

Sie habe mit den beiden Geschäftsführern, Norbert Doutrelepont und Ursula Kastner, sehr gut zusammengearbeitet, betont sie. Doch wünscht sie sich mehr Kompetenz für den Verein, dessen Aufgaben sich künftig nur noch auf Mitgliedergewinnung und –betreuung sowie Sponsoring beschränken sollen.

So sollten ihrer Meinung nach die Teamleiter der Arbeitsgruppen nicht von den Geschäftsführern der gGmbH ausgewählt werden, sondern von der Mitgliederversammlung des Fördervereins in ihre leitenden Funktionen gewählt werden. „Da gehe ich mit dem aktuellen Vorstand nicht konform“, erklärt sie.

Zwar habe die ehrenamtliche Arbeit in der ersten Freibadsaison gut funktioniert. Dennoch sei in die einzelnen Gruppen von Mitgliedern, aber auch von außen, viel Unruhe in die Arbeit hineingetragen worden. „Das hat mich einfach zu viel Kraft gekostet.“

Doutrelepont teilt die Meinung von Marita von den Driesch in Bezug auf seine Kompetenzen nicht. „Die Auffassung, der Geschäftsführer der gGmbH würde die Leiter der Arbeitsgruppen allein bestimmen, ist so nicht richtig“, sagt er. Bei Sitzungen sei auch nach der Meinung und dem Willen der Kandidaten gefragt worden, die Verantwortung für die jeweilige Gruppe zu übernehmen.

Doutrelepont will das Vereinsschiff jetzt weiter steuern bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung, die am 25. Oktober um 19 Uhr in der Turnhalle der Brunnenschule stattfindet. „Einer muss es ja machen“, sagt er. „Mit liegt sehr viel daran, dass es weiterläuft.“ Er blickt positiv in die Zukunft des Vereins, „weil die erste Saison insgesamt wirklich gut gelaufen ist!“

Bei den Neuwahlen will er allerdings nur noch für das Amt eines Beisitzers kandidieren. Daneben wird er weiterhin das Ehrenamt des Geschäftsführers der gGmbH wahrnehmen. Auf der Vorschlagsliste stehen in der Einladung an die Mitglieder derzeit Laury Hubert als Vorsitzender und Jürgen Hohnen als sein Stellvertreter. Als Kassierer und stellvertretender Schriftführer wird Michael Küsters vorgeschlagen, als Schriftführer und stellvertretender Kassierer Philip Rademacher.

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