Lebenshilfe-Wohnstätte in Kirchhoven feiert Jubiläum

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Erinnerten sich zurück an 35 Jahre in der Wohnstätte Kirchhoven: Bewohnerin Rosi Icks, Leiter Swen Backes, die ehemalige Angestellte Mechthild Leinders, Trude und Jürgen Rosenthal, Angestellte Elisabeth Gelissen und Bewohner Willi Doppstadt (von links). Foto: Lebenshilfe Heinsberg

Heinsberg-Kirchhoven. Seit 35 Jahren leben Menschen mit Behinderung in der Wohnstätte der Lebenshilfe Heinsberg an der Stapperstraße in Kirchhoven. Das Jubiläum war Anlass für Bewohner, Eltern und Angestellte der ersten Stunde, ihre gemeinsame Geschichte Revue passieren zu lassen.

Die Wohnstätte war früher das Rathaus der Amtsgemeinde Karken/Kempen/Kirchhoven. „Wir sitzen hier im alten Ratssaal der früheren Amtsgemeinde“, erinnert sich der ehemalige Lebenshilfe-Geschäftsführer Jürgen Rosenthal. „Die Lebenshilfe konnte das Gebäude aus dem Jahr 1968 günstig erwerben, da es im Zuge der kommunalen Neugliederung aufgegeben wurde.“ Entscheidend für den Standort in Kirchhoven war aber weder die Lage noch der Kaufpreis, so Jürgen Rosenthal, sondern der Rückhalt innerhalb der Bevölkerung. „Und das ist bis heute so geblieben!“

Noch bevor der Kirchhovener Umbau fertiggestellt war, wurde ein Gebäudeteil vorzeitig bezogen. „Unser Pflegevater verstarb plötzlich, und wir Kinder wussten, dass es jetzt schwierig wird, in Dahlheim weiterhin wohnen zu können“, erinnert sich Willi Doppstadt.

Gemeinsam mit anderen Pflegekindern mit Behinderung zog der damals Jugendliche nach Kirchhoven um. Nicht nur Küche, Schlaf- und Wohnzimmer mussten kurzfristig hergerichtet, sondern auch Personal schnell gefunden werden. „Das Arbeitsamt vermittelte mir damals die Stelle in Kirchhoven“ erinnert sich Mechthild Leinders zurück.

Den Begriff Inklusion kannte man damals noch nicht, stellt Elisabeth Gelissen fest, die ebenso wie Leinders 1981 im Betreuungsdienst angefangen hat. „Wir haben einfach Gemeinschaft gelebt. Wir gingen kegeln, besuchten die Dorffeste und pflegen die Kontakte zu den Mitbürgern bis heute. Und wenn wir beim Dorffest nicht gesehen werden, fragt man gleich nach, wo wir denn waren.“

Ein Highlight für alle Bewohner war der Vogelschuss 2012, als Willi Doppstadt Schützenkönig wurde und die ganze Wohnstätte ein Jahr lang im Mittelpunkt des Dorfgeschehens stand. „Am Kirmessonntag war das ganze Dorf bei uns zu Gast“, freut sich Willi Doppstadt noch heute.

Die Wohnstätte hat sich zum Lebensmittelpunkt für 35 Menschen mit Behinderung entwickelt. Viele Freundschaften und Beziehungen haben sich hier gefunden. So hat Rosi Icks Ihren Freund Franz Leinders in der Lebenshilfe-Werkstatt kennengelernt, und sie war glücklich, als ihr Freund auch einen Wohnplatz in Kirchhoven erhielt. Mittlerweile ist er pflegebedürftig, wie Wohnstättenleiter Swen Backes anmerkt, „aber alle hier engagieren sich dafür, dass er in seinem Zuhause bleiben kann“.

Für die Zukunft wünscht sich Trude Rosenthal, dass Ansporn und Vereinsidee der Gründerjahre auch in Zukunft erhalten bleiben. „Wir sind eine Solidargemeinschaft, in der sich jeder einbringen kann. Fachkräfte und Angehörige praktizieren den gemeinsamen Austausch und nehmen die jeweils andere Perspektive wahr. Ich wünsche mir, dass das auch in Zukunft so bleibt zum Wohle unserer Kinder und der uns anvertrauten Menschen.“

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