Heinsberg-Oberbruch - Lebenshilfe: Sechs Millionen Euro teurer Neubau

Lebenshilfe: Sechs Millionen Euro teurer Neubau

Von: Anna Petra Thomas
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Freundlich, in hellen Farben und mit viel Glas werden die Besucher jetzt nicht nur draußen, sondern auch in der großzügig gestalteten Eingangshalle des neuen Gebäudes der Lebenshilfe empfangen. Foto: Anna Petra Thomas
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Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen (links) und Jakob Lieck, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe, sind mit der Umsetzung der Pläne sehr zufrieden. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. Dunkle enge Flure, mit Klinkerwänden und braunen Holztüren prägten bisher die Zentrale der Heinsberger Lebenshilfe an der Richard-Wagner-Straße in Oberbruch. Mit diesen Erinnerungen im Kopf ist der Besucher sichtlich überrascht, wenn er das neue Gebäude an alter Stelle betritt. Freundlich, in hellen Farben und mit viel Glas wird er jetzt in der großzügig gestalteten Eingangshalle des neuen Gebäudes empfangen.

Erst am 29. Januar wird es offiziell eröffnet, doch schon jetzt ist der Komplex quasi komplett bezogen mit Einrichtungen, die auch vorher schon hier ihren Platz hatten, aber auch mit Dienstleistungen, die zuvor andernorts angesiedelt waren.

Am neuen Service-Punkt im Eingangsbereich hilft ein kompetentes Team dabei, die zuständige Stelle schnell zu finden. Zugleich werden jetzt hier auch die Produkte angeboten, die in den Werkstätten der Lebenshilfe selbst produziert werden.

Insgesamt hat die Lebenshilfe rund sechs Millionen Euro in den Neubau, der über zwei Jahre ging, investiert. 700.000 Euro steuerte die Stiftung Wohlfahrtspflege bei, weitere 250.000 Euro die Aktion Mensch. Eine Million Euro waren an Eigenmitteln vorhanden.

Notwendig geworden waren der Abriss und der Neubau, weil das alte Gebäude massiv durch Grundwasserschäden beeinträchtigt war, eine Sanierung teurer geworden wäre und weitaus weniger dem Nachhaltigkeitsgedanken entsprochen hätte.

Im Untergeschoss befindet sich neben dem Service-Punkt zunächst ein neues, eigenes Café, das künftig auch eine Leseecke mit Lektüren in leichter Sprache beherbergen soll, ebenso wie kostenfreies WLAN mit entsprechendem Equipment. Gegenüber liegt der große Speisesaal, der 200 Gästen zugleich Platz bietet und über moderne Veranstaltungstechnik verfügt.

In der Großküche, die sich anschließt, werden schon jetzt täglich 1100 Essen gekocht. Rund 2000 sollen es in Zukunft sein. „Wir finden, es ist ein Stück Lebensqualität, täglich ein frisch gekochtes Essen zu haben“, erklärte Lebenshilfe-Geschäftsführer Edgar Johnen beim Rundgang. Auf der anderen Seite des Saals befindet sich ein Turn- und Gymnastikraum, der sich dank hoher Decke auch für Ballsport-Angebote eignet.

Obwohl nur der angrenzende Bereich, in dem die Lebenshilfe ihre offenen Hilfen sowie ihre ambulanten Förder- und Freizeitangebote jetzt zusammengefasst präsentiert, den Namen „Lebenshilfe-Center“ trägt, hat sich der Name bereits für den gesamten Komplex eingebürgert. „Das ist hier so eine Art Keimzelle“, schmunzelte Johnen bei der Besichtigung dieses Gebäudeteils.

Ansprechpartner findet der Besucher des Centers jetzt hier in der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle (IFF) mit Zuständigkeit für Kinder von der Geburt bis zur Einschulung oder im Kompetenzzentrum für Autismus-Spektrum-Störungen (KompASS) für Menschen mit entsprechender Diagnose.

Der Fachdienst Schulassistenz oder die Integrationshilfe Kita begleitet ebenfalls Kinder mit sozial-emotionalen Beeinträchtigungen. Der Fachdienst Persönliches Budget berät, unterstützt bei Anträgen und hilft schließlich bei der Suche nach persönlichen Assistenten.

Rund 300 Ehrenamtler

Der Familien unterstützende Dienst (FuD) im Lebenshilfe-Center engagiert sich für die Entlastung von Familien und hält eine Reihe von Angeboten für die Freizeitgestaltung bereit. Neu ist neben dem Treffpunkt des Freizeitclubs der Lebenshilfe ein Büro, in dem das Engagement der rund 300 Ehrenamtler in den Einrichtungen der Lebenshilfe koordiniert wird.

Für seine Arbeit stehen dem Lebenshilfe-Center darüber hinaus Werk- und Kreativräume, ein multifunktionaler Seminarraum und ein Bewegungsraum zur Verfügung. Ziel ist, neue barrierefreie Angebote auch für ältere Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Im Sinne der Inklusion will die Lebenshilfe hier zum Beispiel kulturelle Bildungsveranstaltungen realisieren und damit die Kontakte zur Bevölkerung noch weiter ausbauen. Der vordere Teil des neuen Gebäudes hat ein Obergeschoss, in dem jetzt die Verwaltung der Lebenshilfe ihr Zuhause hat.

„Ich bin vom ersten Eindruck begeistert und hoffe, dass sich das Gebäude zu einem Treffpunkt entwickelt“, erklärte Geschäftsführer Edgar Johnen. Nicht ohne Stolz verriet er, dass viele der Einrichtungsgegenstände nach den Plänen eines Innenarchitekten in der eigenen Schreinerei gefertigt worden sind.

„Transparent, gradlinig und funktionell“, lauteten die drei Adjektive, die er vergab. „Hier ist immer Leben drin“, befand auch Jakob Lieck, stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe, der sich wie Johnen bereits auf die offizielle Eröffnung freut.

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