Leader-Programm bei klammen Kassen ein Segen

Von: dawin
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Der Rohbau steht schon fast. Bürgermeister Herbert Corsten freut sich über die Fortschritte am neuen Bürgerhaus in Wehr. Foto: dawin

Selfkant-Tüddern. Das Vereinsleben floriert gegenwärtig in der Gemeinde. Da kann Bürgermeister Herbert Corsten nicht klagen. Vor allem auf dem Lande, vor allem für die Jugend dort ist es wichtig, eingebettet zu sein in ein funktionierendes Dorfleben.

Dafür müssen die Voraussetzungen stimmen, auch die räumlichen. „Deshalb müssen wir den vor Ort engagierten Bürgern eine Plattform bieten“, erklärt Corsten. Doch zum Nulltarif geht dies nicht. In Zeiten klammer Gemeindekassen ist die Kommune auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vor dieser schwierigen Kulisse ist das Förderprogramm für die Leader-Region, das 2013 auslief und um das sich die Gemeinden Selfkant, Gangelt und Waldfeucht neuerdings gemeinsam mit der Stadt Heinsberg nochmals bewerben, ein wahrer Segen.

Vereine hart betroffen

Drei Bürgerhäuser werden derzeit in der Gemeinde Selfkant gebaut bzw. erweitert, allesamt noch mit Mitteln aus der abgelaufenen Leader-Förderperiode. Die Vereine in Tüddern hatte es in jüngster Vergangenheit besonders hart getroffen. Sie hatten nach dem Abriss des Saals Hostenbach keine feste Heimstatt mehr. Das ändert sich nun mit dem kompletten Neubau des sogenannten Westzipfelhauses im Bereich des Nahversorgungszentrums. Dort sollen alle 22 Tüdderner Vereine eine neue Versammlungsstätte finden. Sie haben sich unter dem Begriff „Ues Tüddere“ zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und werden sich das ebenerdige Gebäude mit einer Fläche von 750 Quadratmetern teilen.

„Es gibt dort einen Schießstand, Übungsräume, eine Bühne etwa für Theater oder Karneval, einen Thekenraum, einen Besprechungs- und einen Lagerraum“, erklärt Bürgermeister Corsten. Mitte 2015 soll das Westzipfelhaus bezugsfertig sein. Kostenpunkt: 567.236 Euro. Aus dem Leader-Topf gibt es Zuwendungen in Höhe von 311.979 Euro, die Gemeinde beteiligt sich mit 139.737 Euro, und die Vereine – sprich „Ues Tüddere“ – übernimmt in tatkräftiger Eigenleistung den übrigen Anteil in Höhe von 115.500 Euro.

Ein zweites Bürgerhaus, eines der besonderen Art, entsteht in Schalbruch. Bekanntlich wird dort die Pfarrkirche, die von der Gemeinde zu einem symbolischen Kaufpreis von einem Euro im Jahr 2012 erworben wurde, umgewandelt in ein Gemeinschaftshaus, das überwiegend weltlichen Zwecken dienen soll. Haupt- und Seitenschiff werden für die Veranstaltungen genutzt. Darüber hinaus ist ein neuer Vorbau geplant, der mehr Platz für Sitzgelegenheiten und zum Feiern geben soll. Zugleich werden neue Sanitäranlagen installiert. Rund 150 Quadratmeter sollen insgesamt hinzukommen.

„Ein Teil des ehemaligen Gotteshauses, der durch bewegliche Stellwände abgetrennt werden kann, wird auch weiterhin für kirchliche Zwecke genutzt werden“, erklärt Corsten. Versammlungen und Vereinsproben finden bald – statt im Kindergartenkeller – im Lichte des historischen und daher wertvollen Kirchenfensters statt, das beim Umbau auf jeden Fall erhalten bleiben soll. Die Realisierung des Bürgerhauses schlägt mit insgesamt 315.000 Euro zu Buche, dabei kommt die Gemeinde auch hier in den Genuss von Leader-Zuwendungen in Höhe von 55 Prozent der Kosten, sprich 172.758 Euro. Die Gemeinde ist ebenfalls mit einer Co-Finanzierung von 82.196 Euro mit im Boot, und die Vereine bringen in Eigenleistung 60.000 Euro auf.

Zum Feiern kaum Platz

Das Vereinsheim in Wehr ist längst zu klein. Auf einer Fläche von rund 120 Quadratmetern waren dort ein Schießstand für die Sportschützen und ein kleiner Übungsraum für den Spielmannszug untergebracht. „Zum Feiern war kaum Platz“, konstatiert der Bürgermeister. Deshalb wird die Nutzfläche von derzeit 120 auf 330 Quadratmeter erweitert. Der Rohbau lässt die Konturen erahnen. Außerdem werden die alten Räume verändert und modernisiert. April/Mai nächsten Jahres soll das neue Domizil für die vier örtlichen Vereine fertig sein. Kosten wird das komplette Projekt 210.000 Euro – 77.394 Euro davon entfallen auf die Leader-Förderung, die Gemeinde Selfkant ist mit einer Co-Finanzierung in Höhe von 84.869 Euro dabei, und die Vereine steuern in Eigenleistung den Rest in Höhe von 48.000 Euro bei.

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