Wegberg - Lautstarker Protest: „Schule zu – ist tabu“

WirHier Freisteller

Lautstarker Protest: „Schule zu – ist tabu“

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
12146386.jpg
Mehr als 250 Teilnehmer demonstrieren auf dem Rathausplatz in Wegberg: „Hände weg von unseren Schulen.“ Foto: mb

Wegberg. Voll war es auf dem Rathausplatz in Wegberg, bunt und laut. 250 Teilnehmer, darunter viele Kinder, waren gekommen, um mit den Schulpflegschaften der Wegberger Grundschulen gegen die geplanten Schulschließungen im Wegberger Stadtgebiet zu protestieren. „Hände weg von unseren Schulen“, forderten sie lautstark und bekundeten in Sprechchören: „Wir wollen bleiben, wo wir sind“ und „Schule zu – ist Tabu!“

Es ist die Maßnahme 8.1. des Maßnahmenkataloges zum Haushaltssicherungskonzept, der in den Grundschulen für Unruhe sorgt. „Die Schulstandortoptimierung infolge des demographischen Wandels“, soll mit einem Konsolidierungsbeitrag von jährlich 291.000 Euro den städtischen Haushalt entlasten. Mit rückläufigen Schülerzahlen argumentiert die Stadt Wegberg und mit Flächenüberhängen, die von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW festgestellt wurden.

Lösung wird gesucht

Noch ist nicht entschieden, welche Grundschulen dem Rotstift zum Opfer fallen. Inzwischen wurde eine Arbeitsgruppe Grundschulen ins Leben gerufen, in der sich Vertreter aller Beteiligten (Politik, Verwaltung, Schulen und Schulpflegschaften) um eine Lösung bemühen.

Beeck und Merbeck, das waren die ersten Grundschulen, die schnell in der öffentlichen Diskussion standen und in Beeck regte sich bereits im Januar Widerstand. Die Initiatoren bezogen eindeutig Position. Es geht ihnen nicht darum, nur die Beecker Schule zu erhalten.

Im Wegberger Stadtgebiet sollen überhaupt keine Grundschule geschlossen werden. Die Schulpflegschaften aller Grundschulen im Wegberger Stadtgebiet (mit Ausnahme der Schulen in Arsbeck und Wildenrath) fordern in einem offenen Brief an den Bürgermeister, die Verwaltung und den Rat der Stadt Wegberg „Hände weg von unseren Grundschulen“.

4628 Unterschriften haben sie gesammelt, die im Rahmen der Protestaktion von der Schulpflegschaftsvorsitzenden der Grundschule in Rath-Anhoven, Freya Weller, an Bürgermeister Michael Stock und die Fraktionsvorsitzenden des Rates übergeben wurden. Der offene Brief widerspricht „vehement“ den Grundschulschließungen und fordert die fußläufige Erreichbarkeit von Schulen („Kurze Beine, kurze Wege“) und bittet, die Summe von jährlich 291.000 Euro durch Einsparungen und Mehreinnahmen an anderer Stelle zu generieren.

Sorgsam listet der offene Brief die Vorteile der Grundschulstandorte auf: Hauptentscheidungskriterium für junge Familien, sich niederzulassen, das aktive Dorfleben rund um Kindergärten und Grundschulen, die Präsenz der örtlichen Vereine, die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern.

„Wenn Sie Wegberg für junge Familien attraktiv halten wollen, dann zerstören Sie nicht die vorhandene hohe Lebensqualität, dort wo Sie Neuansiedlungen anstreben!“, fordern die Protestler von den politisch Verantwortlichen.

Denn in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Beeck soll ein riesiges Neubaugebiet entstehen, das allerdings noch in der ersten Planungsphase ist.

Auch der Dorfausschuss Merbeck und der Thomas-Morus-Förderkreis Merbeck übergaben vor Ort Protestschreiben an die Ratsmitglieder.

Bürgermeister Michael Stock versprach, dass die Argumente in den Entscheidungsprozess einfließen werden. „Egal, wie die Entscheidung ausfällt, die Entscheidungsträger werden es sich nicht leicht machen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert