Lange Strafen für Jugendliche für Mord auf Friedhof

Von: gego
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Prozessbeginn Friedhofsmord Hückelhoven
Ein Aktenordner im Landgericht in Mönchengladbach: In dem Prozess wird den vier angeklagten Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren vorgeworfen, einen Friedhofsbesucher in Hückelhoven für einen Gebrauchtwagen und ein Handy erstochen zu haben. Foto: dpa

<b>Hückelhoven. </B>Im Prozess um den Friedhofsmord in Hückelhoven-Schaufenberg hat das Landgericht Mönchengladbach hohe Haftstrafen verhängt. Der Haupttäter, Manuel P. (16), muss wegen Mordes und schwerer räuberischer Erpressung für neun Jahre ins Gefängnis, die beiden Mittäter, Eva-Liane Sch. und Christian P. (beide 15), für siebeneinhalb beziehungsweise sechseinhalb Jahre.

Die dritte Mittäterin, Janina M. (16), wird wegen verminderter Schuldfähigkeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das Gericht nimmt an, dass von ihr nach wie vor eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe.

Das Urteil gegen Manuel P. ist rechtskräftig, Verteidiger Gerhard Zipfel verzichtet darauf, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Die Anwälte der drei Mittäter ließen offen, ob sie am Bundesgerichtshof in Karlsruhe Revision einlegen wollen. Für diese Entscheidung haben sie eine Woche lang Zeit.

Das Gericht kam zur Überzeugung, dass die Tat gemeinschaftlich begangen worden war, was die drei Mittäter bestritten hatten. Ihrer Aussage zufolge hatten sie lediglich den Raub des Autos geplant, nicht aber den Mord am Autobesitzer.

Sofort nach der Tat am Gründonnerstag 2008 hatten sich die alle aus zerrütteten Familien stammenden Jugendlichen im Auto des 54-jährigen Opfers Ewald F. auf den Weg nach Spanien gemacht, um dort ein neues Leben zu beginnen. Zwei Tage später waren sie in Paris verhaftet worden.

Das Gericht war in der Urteilsbemessung im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwältin Carola Guddat gefolgt. Guddat bezeichnete die Strafen als angemessen. Der Bruder des Opfers, der im Prozess als Nebenkläger aufgetreten war, gab sich mit dem Urteilsspruch zufrieden, hätte sich aber nach Aussage eines Landgerichtssprechers höhere Strafen gewünscht.

Mutter und Vater der Brüder Manuel und Christian P. übernahmen die Verantwortung für die miserable Kindheit ihrer Söhne und baten beim Bruder des Opfers um Entschuldigung.
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