Landleben mit allem, was dazugehört: Kartoffelfest in Merbeck

Von: Johannes Bindels
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Viel zu sehen beim Kartoffelfest in Merbeck: Gerard und Theo Beckers aus Barken bieten Milchprodukten an und stellen Butter her.
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Merbi das Maskottchen begrüßt die Besucher. Foto: Johannes Bindels
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Die neue Kartoffelkönigin Helga Keulertz bekommt eine Merbi-Figur aus Ton. Foto: Johannes Bindels

Wegberg-Merbeck. Damit ein öffentliches Fest gelingt, braucht es viele ehrenamtliche Helfer, Prominenz als Gäste, viele Besucher und himmlischen Beistand. All dies war auf dem zweiten Merbecker Kartoffelfest vorhanden. Was mit der Kartoffelsalat-Verkostung am Donnerstag begann, fand seine Fortsetzung am Samstag und Sonntag auf der Festwiese mit 150 Ausstellern.

Der Förderverein der katholischen Kirchengemeinde St. Maternus in Merbeck mit dem Vorsitzenden Andreas Theißen hatte mit seinen mehr als 300 ehrenamtlichen Helfern ein gelungenes Fest auf die Beine gestellt. Zum Ende wurde zum zweiten Mal die Merbecker Kartoffelkönig gekrönt.

Pünktlich zum offiziellen Beginn verwies der Schirmherr des Festes, Dr. Richard Nouvertné, Kreissparkasse Heinsberg, darauf, dass der Kreis Heinsberg immer noch landwirtschaftlich geprägt sei. „Es ist eine gute Idee, die Kartoffel als Grundnahrungsmittel, das hier im Rheinland zu Hause ist, in den Mittelpunkt eines Festes zu stellen“, verwies er auf den Kerninhalt des Festes, dessen Reinerlös dem Erhalt des Pfarrheimes zugutekommen werde.

Das Festmotto „Himmel un Ääd“ wecke nicht nur heimatliche Gefühle durch die Erinnerung an das so bekannte Rheinische Gericht, sondern werde auch durch die Tönisvorster Apfelkönigin Sonja Schmidt bestens mitrepräsentiert. Die zeigte sich in ihrem Grußwort beeindruckt von der logistischen Leistung der vielen Helfer und des Organisationsteam. Den Wünschen für ein gelingendes Fest schlossen sich Wilfried Oellers, Bundestagsabgeordneter, und Bürgermeister Michael Stock an. Seinen Segen vorausschickend formulierte Pfarrvikar Theo Wolber, dass sein Segenswasser aus der Quelle in Lourdes das einzige Nass an dem Festwochenende bleiben möge.

Ein Rundgang auf der Festwiese ließ Kurzweil entstehen und im Flug die Zeit vergehen. Die 150 Stände aus der Region und aus anderen Orten boten den Besuchern von alten Kartoffelsorten, über Biogemüse bis zu den verarbeiteten Produkten eine große Auswahl und Bandbreite. Wer nach den Kartoffelsorten Nicola oder Linda suchte oder exotische Sorten wie „Blaue Schweden“ bevorzugte, der wurde am Stand von Stefan von der Forst aus Erkelenz fündig. Welche Aromen diese Sorte haben, ließ er die Besucher selber probieren. Am Stand von Theo Beckers und Sohn Gerard verfolgten die Besucher das Herstellen von Butter im Butterfass. Für frische Butter und frische Buttermilch ist die Familie aus dem niederländischen Bakel über die Grenzen hinaus.

Dass auch alte Handwerkskunst zum ländlichen Leben gehört, demonstrierte Bernhard Berning als Holzschuhmacher an seinem Stand. Aus weichem Pappelholz ließ er seine Zuschauer den Herstellungsprozess vom Holzklotz bis zum fertigen Holzschuh nachvollziehen. Bei Ralf Finders konnten die Besucher schließlich frisch im Räucherschrank bereiteten Fisch genießen. „Bei der Würzmischung habe ich Gedächtnisverlust“, verriet Finders die Zusammensetzung seiner Rezeptur nicht.

Neben weiteren Attraktionen wie die Hüteleistung, die ein Schäfer mit seinen Schafen und seinem Collie vorführte, rundete Holzrücken mit belgischen Kaltblütern den Wert und Einsatz der Tiere in der Landwirtschaft ab. Puppenbühnenvorführungen und Planwagenfahrten boten für Kinder interessante Abwechslungen.

Dass mit der Preisverleihung für das beste Kartoffelsalatrezept als Gewinnerin Claudia Hecker aus Rickerath ausgezeichnet wurde und mit Helga Keulertz aus Jüchen die neue Kartoffelkönigin gekrönt wurde, waren weitere Höhepunkte eines Riesenfestes. Jugendkönig wurde Pierre Lenders aus Merbeck, der mit seiner Kartoffel „Micky Maus“ die Jury überzeugte. Die Kartoffelkönigin Helga Keulertz erhielt für ihre Kartoffelskulptur, die am Morgen noch in der Erde gesteckt habe, einen Merbi aus Ton.

Das zweite Kartoffelfest habe zwischen 15.000 und 20.000 Besucher zu verzeichnen, zeigten sich Andreas Theißen und Rita Körner als Orgateam vom Förderverein hoch zufrieden.

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