Erkelenz - Landestheater Dinkelsbühl bringt Musikkomödie auf die Bühne

Landestheater Dinkelsbühl bringt Musikkomödie auf die Bühne

Von: hl
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Eigentlich führte der Titel „That’s Amore“ in die Irre: Denn bei der Musikkomödie gleichen Namens, die jetzt in der Stadthalle vom Landestheater Dinkelsbühl aufgeführt wurde, handelte es sich nicht um eine Definition der Liebe, sondern um ein Wort des amerikanischen Schmusesängers Dean Martin, der 1953 gesungen hatte: „When the world seems to shine like you’ve had too much wine, that’s amore“. Frei übersetzt: Wenn die Welt scheint rosarot zu sein, als wenn Du zu viel Wein gehabt hast, dann ist das Liebe.

Nach dem misslungenen Versuch, ihren Freund Marco zu einem Heiratsantrag zu bewegen, will die enttäuschte Julia sich umbringen – ziemlich betrunken und bekifft und mit dem Kopf im Gasofen. Da erscheint ihr Dean Martin, bringt sie dazu noch einmal über den gescheiterten Abend nachzudenken und kommentiert das unglückliche Geschehen mit seinen Schnulzen. Und es war auch wirklich unglücklich für Julia gelaufen, die zu ihrem 29. Geburtstag von Marco einen Gutschein für eine Schönheitsoperation geschenkt bekommt.

Turbulent und witzig

In den gut 90 Minuten geht es auf der Bühne turbulent und witzig zu. Es vermischen sich auf amüsante Weise Realität und Fiktion. Nonsens und Wirklichkeit stehen nebeneinander; auch die Halluzination spielt eine Rolle – und immer scheint irgendwie Freud durchs seelische Unterholz zu schimmern. So kann man sich manchmal fragen, was denn Psychologie ist und was schon Psychopathologie, oder ob der Sinn manchen Geschehens darin besteht, eben keinen Sinn herzugeben. Geistreiche Dialoge, rasante Tanzszenen mit einem Schuss Erotik geben dem Ganzen zusätzliche Würze.

Der Autor des Stückes Frank Piotraschke führte auch Regie und seine Schauspieler zu Höchstleistungen. Bernd Berlep war der mit machohaften Zügen und mit der Überschätzung des eigenen Ichs ausgestattete Marco, Andreas Peteratzinger ein charmanter „Dino“ Martin mit einer angenehmen Stimme und allen voran Katharina Feeling als Julia. Sie wirbelte über die Bühne, steckte verzweifelt den Kopf in den Gasofen, gab kluge Kommentare zu dem ganzen Geschehen und war oft auch umwerfend komisch.

Es gab viel Beifall für einen gelungenen Theaterabend, der offenbar den Frauen noch besser gefallen hatte als den Männern, weil Erstere wohl sensibler sind ihre emotionale Intelligenz ausgeprägter ist.

Auf den Plätzen lag auch schon die Vorankündigung für das Theaterabonnement 2013/2014, das mit sieben interessanten Vorstellungen die Tradition der Kultur GmbH Erkelenz fortsetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert