Laientheater Almenrausch aus Effeld begeistert sein Publikum

Von: Katharina Hensel
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Die Mitglieder des Laientheaters „Almenrausch“ waren wieder einmal in Topform. Foto: Hensel

Wassenberg-Effeld. „Nach dem Furz kam der Donnerschlag“ – den Titel des Stücks verstand man erst, wenn man die Bürgerhalle Effeld schon verlassen hatte und auf dem Nachhauseweg noch in sich hineinschmunzelte.

Das Laientheater Effeld „Almenrausch“ versorgte sein Publikum nicht nur mit einigen Schmunzlern, sondern mit vielen herzhaften Lachern. Grund Nummer Eins dafür: der Sprachfehler von Robert (Stefan Laprell): „Möchtest du einen Furzen? Einen ganz besonders guten?“. Roberts Sprachfehler ersetzt alle ‚K’s in einem Wort durch ein ‚F‘. Bei Verständnisprobleme hatte der Almenrausch vorgesorgt. Für jeden Gast lag auf dem Stuhl ein kleines Lexikon bereit „Was meinst du mit flitzeflein?“.

Alles verläuft ganz friedlich auf dem Schweinehof von Landwirt Robert. Mit seinem Onkel Knut (Toni Eyßen) und seinem Freund Klausi (Frank Virnich) betreibt er den Hof aus reiner Leidenschaft. Die gleiche Begeisterung hegen die drei aber auch für ihren selbst gebrannten Hochprozentigen. Ihr großartiger Plan: eine eigene Schnapsbrennerei zu betreiben!

Roberts Schwester Franzi (Paula Schröders) und Omma (Bertie Hohnen) sind eingeweiht und versuchen, aus der Schnapsidee der drei Männer Profit zu schlagen. Um aber der Dame des Hauses, Roswitha (Verena Schröders) und ihrer Küchenmagd Luzi (Katja Schmitz) keinen Grund zur Sorge und den etwas zum Tratschen neigenden Nachbarinnen Johanna (Gabi Pommerening) und Regine (Brigitte Nußbaum) keinen interessanten Erzählstoff zu liefern, heißt es offiziell, „wir machen aus Scheiße Geld und bauen eine Biogasanlage!“

Mit vielen humorvollen Ausflügen in Nebenhandlungen – für Luzi ist Robert nämlich der schönste Mann der Welt, Klausi würde ein Klüngelchen mit Franzi zufriedenstellen und Onkel Knut ist ganz begehrt in der Frauenwelt – bahnt sich dann auch schon das Chaos an. Dat Katharina (Ute Staas), „die Frau von Welt!“, hat sich angemeldet, und zwar mit einer Überraschung.

Die fällt dann aber etwas anders aus als erwartet. „Gefährliche Landstreicher!“, schreit Omma als sie ihre Tochter mit ihrem neuen Freund Ferdinand Kurz (Heiko Holland-Moritz) entdeckt. Und auch Roswithas Begrüßung fällt etwas ungewöhnlich aus: „Mein Schwesterherz kommt direkt vom Straßenstrich für Ökos!“. Grund für ihr etwas anderes Auftreten ist ‚die Wandlung‘. Herr Kurz ist Katharinas neue Muse, Mentor und Freiheitskämpfer und hat sie von allem Ballast und Kommerz befreit. Nun lebt sie vegan und ohne Alkohol – und im neuen Klamotten-Stil.

Als wäre das noch nicht Aufregung genug, interessiert sich Herr Kurz auch noch für die angebliche Biogas-Anlage. Dieses Problem löst sich aber schnell. Denn auch Herr Kurz ist begeistert von der Idee, mit einer eigenen Schnapsbrennerei gut Kohle zu machen. Nach einer Verköstigungs-Probe, nach der alle Beteiligten wohl etwas doppelt sehen, fliegt dann aber alles auf.

Tante Katharina hatte gerade ihre Schwester Roswitha angebettelt, dass sie auf dem Hof überwintern könne, weil sie ihr ganzes Geld Ferdinand Kurz gegeben habe und sie nun keins mehr hätte – da wundert sie sich, wie Herr Kurz sich am Projekt der drei Männer finanziell beteiligen kann! Schnell ist klar: „Der Herr Furz ist ein Windhund!“. Und dann fliegt auch noch die Schnapsbrennereianlage in die Luft, an der Herr Kurz zuvor etwas verändert hat, um das Ergebnis zu optimieren. Qualm bedeckt die Bühne und ein Stück Mauer kommt herunter. Die bisher ahnungslose Roswitha ist vollkommen geschockt und verwirrt.

Zum großen Finale versucht Herr Kurz mit Roberts Auto zu türmen – doch betrunken wie er ist, kommt er damit nicht so weit. Nach dem unüberhörbaren Crash kommt er qualmend und schwankend wieder durch die Seitentüre herein. Doch der Familie ist es egal, dass er zuvor auch noch den ganzen Vorrat an Schnapsflaschen mit ins Auto genommen und damit nun zerstört hat – denn Omma hat auf der Toilette das versteckte Geld vom Herrn Kurz gefunden. Zum Schluss „Hätt noch alles jut gejangen!“.

„Wir wünschen uns für unser Publikum, in der Vorstellung so viel Spaß zu erleben, wie wir es auch in den Proben hatten“, betonte die Vorsitzende Gabi Pommerening. Mit im Publikum begrüßen konnte der Theaterverein die Autorin des Stücks, Anke Kemper und Mitglieder ihrer Theatergruppe „Holterdipolter“ aus dem Sauerland. Mit eingebauter Mundart und viel Spaß konnte der Theaterverein unter bewährter Regie von Willi Ritterbecks die voll besetzte Bürgerhalle bei allen drei Vorführungen begeistern.“

Und dass wir nebenbei auch noch eine schöne Spende an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe schicken können, krönt die Sache“, freute sich Pommerening.

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