Lagopegel sinkt durch „Sümpfung” an der JVA

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Normalerweise schwimme das Tretboot komplett im Wasser des Lago Laprello, sagt Albert Husarek, doch mittlerweile liegt der größte Teil auf dem Trockenen.

Heinsberg. Irgendwie ist ihm bei seiner Beobachtung schon ein wenig mulmig zumute gewesen. Bei seinem beinahe täglichen Gang zum Ufer des Lago Laprellos, an dem er seit 1983 wohnt, stellte Albert Husarek fest, dass sich der Pegelstand des Gewässers in nur vier Wochen um rund 45 Zentimeter abgesenkt hatte.

Das kleine Tretboot, das an einem Baum am Ufer befestigt ist, lag mittlerweile schon zu zwei Dritteln auf dem Trockenen. Den Grund für den außergewöhnlichen Wasserschwund machte der Familienvater in den Bauarbeiten an der Gefängniserweiterung auf der anderen Straßenseite aus.

Dort, so Husarek, werde ja schon seit geraumer Zeit das Grundwasser abgepumpt, um die Fundamente für den Bau setzen zu können. „Ständig fließt das Grundwasser aus dem JVA-Gelände in die junge Wurm, und hier sinkt der Pegel.

Ich habe natürlich rein rechnerisch Angst, sollte das Abpumpen in den nächsten Monaten so weitergehen.” Dann, so befürchtete Husarek, könne ja vielleicht sogar die Uferböschung abbrechen, falls seine Vermutung stimme, dass es eine unterirdische Verbindung zwischen dem Lago und dem Grundwasser auf dem Baugelände gäbe. „Der Wasserstand ist so tief wie in all den Jahren zuvor nicht. Nur etwa 15 Zentimeter Schwankungen über das Jahr verteilt waren normal.”

Gisela Johlke, die Grünen-Fraktionschefin im Heinsberger Rat, die seit 25 Jahren wie Albert Husarek am Ufer des Lago Laprellos lebt: „So ist das noch nie gewesen.” Innerhalb von sechs Wochen sei der Pegelstand gar um 80 Zentimeter gesunken, misst Johlke per Zollstock an der Trittleiter nach, die von ihrem Steg ins Wasser führt.

Für die Untere Wasserbehörde ist der Zusammenhang zwischen Abpumpen des Grundwassers an der JVA und Wasserrückgang im Lago völlig klar. „Die Sümpfung ist damit verbunden”, erklärt Jochen Ciosz für die Kreisverwaltung.

Nach Abschluss dieser „Sümpfung”, wie sich im Fachjargon das Abpumpen des Grundwassers nennt, „wird sich der für die Jahreszeit natürliche Pegelstand des Sees wieder herstellen. Es wird keine dauerhafte Beeinflussung geben und es besteht keine Gefährdung für den Anwohnerbereich.” In rund zwei Monaten sollen die Pumpen ohnehin abgeschaltet werden.
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