Lago Laprello: 6000 Übernachtungen mit Seeblick

Von: Daniel Gerhards
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Viel Los am Lago Laprello: An den Wochenenden ist auf dem Reismobilstellplatz eine Menge los. Die meisten Besucher bleiben für einen kurzen Urlaub in Heinsberg. Fotos (2): Daniel Gerhards Foto: Daniel Gerhards
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Lauschiges Plätzchen für einen Plausch: Wohnmobilist Klaus Glier (l.) und Stellplatzbetreiber Hubert Heinrichs (r.) fachsimpeln über die schönsten Wohnmobilausflüge. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Klaus Glier und seine Frau Elisabeth reisen sehr oft in ihrem Wohnmobil. Sie sind mehrere Monate im Jahr mit ihrem rollenden Domizil unterwegs. Eines ihrer Lieblingsziele ist Heinsberg. Vier bis fünf Mal pro Jahr kommen die Gliers für ein paar Tage an den Lago Laprello. Dann machen sie Halt auf dem Reisemobilstellplatz am Seeufer.

Für Klaus Glier ist der Stellplatz am Lago einer seiner Lieblingsorte: „Die Anlage ist sehr schön angelegt, sauber und gepflegt. Man kann hier gut Fahrradfahren und zu Fuß ist man in fünf Minuten in der Stadt“, sagt der Gewerkschafter im Vorruhestand. Und dann ist da noch dieser Blick: „Ich liebe es, wenn ich auch noch eine schöne Aussicht habe“, sagt er. Also schaut Glier jeden Abend aus dem Wohnmobilfenster auf den See. „Einfach super“, findet er.

80 Prozent sind Kurzurlauber

Das finden auch viele andere Wohnmobilisten. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres hat Hubert Heinrichs, der den Reisemobilstellplatz mit seiner Gesellschaft 3H Camping-Center betreibt, 1200 Wohnmobilübernachtungen gezählt. Bis zum Ende des Jahres könnten es bei gutem Wetter mehr als 3000 werden. Weil in jedem Wohnmobil im Schnitt zwei Personen unterwegs sind, bringe der Stellplatz der Stadt Heinsberg 6000 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr. Ein echter Wirtschaftsfaktor, meint Heinrichs. „Jeder Gast gibt pro Tag im Durchschnitt 50 Euro für Lebensmittel, Bekleidung, in der Gastronomie und vielen anderen Geschäften aus“, sagt er.

Wer den Lago mit dem Wohnmobil ansteuert, der tue das meistens gezielt. „Es handelt sich zu 80 Prozent um Kurzurlauber, die zwei bis fünf Tage auf dem Platz verbringen“, sagt Heinrichs. Die restlichen Besucher sind auf der Durchreise, oder bleiben sogar für ein bis zwei Wochen. Ganz selten kämen auch „Langzeitsteher“, die länger als einen Monat bleiben. Viele Kurzurlauber kämen aus Heinsberg und Umgebung oder aus dem Düsseldorfer Raum. Heinrichs hatte aber auch schon Besucher aus Schweden, England und Norwegen.

Der Wohnmobilstellplatz am Lago ist für Heinrichs eine Herzensangelegenheit. Früher sei sein Anliegen bei der Stadt aber nie unterstützt worden. Als Wolfgang Dieder den Chefsessel im Rathaus übernahm, fragte Heinrichs erneut an. Und Dieder unterstützte ihn. 2010 begann die erste Bauphase, im April 2011 eröffnete Heinrichs den Stellplatz. 200 000 Euro habe Heinrichs nach eigenen Angaben investiert. Und noch reichten die Einnahmen nicht, um die Kosten zu decken. Derzeit verkauft Heinrichs im Schnitt 8,5 Tickets pro Tag. Bei zehn seien die Kosten gedeckt. Diesen Wert könnte er in absehbarer Zeit erreichen, denn was die Übernachtungszahlen angeht, ist die Tendenz steigend.

Bislang ein Zuschussgeschäft

Obwohl der Stellplatz immer noch ein Zuschussgeschäft ist, wirkt Heinrichs rund um zufrieden, wenn man mit ihm über den Stellplatz geht. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Rahmenbedingungen den Start erschwerten. Der bisherige Gastronom im benachbarten Bistro CampusBeach habe sehr unregelmäßige Öffnungszeiten gehabt. Seit die Firma Prospex übernommen habe, laufe alles rund. Und der Lärm von der Baustelle an der JVA sei nun auch Geschichte.

Und die Gefängnismauern sorgen bei Wohnmobilist Klaus Glier auch nicht für ein mulmiges Gefühl. „Oft vergesse ich, dass da drüben ein Knast ist“, sagt er. Glier beschäftigt sich dann lieber mit der nächsten Radtour in die Niederlande oder dem nächsten Ziel auf der Wohnmobiltour. Denn flexibel ist er mit seinem Gefährt immer. „Ich kann jederzeit entscheiden, was ich machen will“, sagt er. Das ist die Freiheit des Wohnmobilisten.

„Man hat auf kleinstem Raum alles, was man zum leben braucht. Und man stellt fest, wie wenig das eigentlich ist“, sagt Elisabeth Glier. „Wenn man im Wohnmobil unterwegs ist, dann bringt einen das ein bisschen zurück zur Ursprünglichkeit“, sagt Klaus Glier. Und: „Im Wohnmobil ist es einfach saugemütlich.“

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