Lachpausen: Schwalmbühne Harbeck zeigt „Reine Nervensache“

Von: Monika Baltes
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Stark gespielt: Ungeniert fühlt die Erbtante Hedwig (Ulrike Kotlowski) ihrer Nichte Marion (Nadine Kosak) auf den Zahn. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Wenn es stimmt, dass jede Minute Lachen das Leben um eine Stunde verlängert, dürfen sich die Besucher der diesjährigen Aufführungen der Schwalmbühne Harbeck über mindestens einen geschenkten Lebenstag freuen.

Von lautem Gelächter war schon die Premiere umjubelt worden. „Sie hat 20 Minuten länger gedauert als die Probe. Lachpausen!“, freute sich der Vorsitzende der Schwalmbühne Harbeck, Karlheinz Bonitz, kurz vor Beginn der Benefizveranstaltung, zu der die Schwalmbühne Gäste aus Altenheimen und Betreutem Wohnen eingeladen hatte, freier Eintritt und Verpflegung inklusive. Die Idee dazu war über längere Zeit im Verein gereift und soll im Erfolgsfall wiederholt werden. Spontan hatte sich Bürgermeister Michael Stock entschlossen, die Schirmherrschaft für die Benefizveranstaltung zu übernehmen.

Da war es also, ein ganz frisches Publikum, fast 170 Lacher, teils angereist mit Rollatoren oder Rollstühlen, die vor der Bühne einen sicheren Parkplatz fanden. Bühne ist ein gutes Stichwort. Was für eine Bühne! Mit beachtlichen Ausmaßen von verbauten 18 Metern, fünf Türen und einem Balkon mit herrlicher Aussicht auf Harbecker Idylle. In dieser wunderbaren Kulisse nahm die Verwechslungskomödie von Wolfgang Binder „Reine Nervensache“ schnell Fahrt auf.

Ein notorisch unter Geldmangel leidender Schriftsteller (Toni Röttinger), der sich auf die „Harbecker Feuchtgebiete“ spezialisiert hat, eine schmuckbehangene Erbtante aus Australien (Ulrike Kotlowski), ein Obergerichtsvollzieher (Walter Kotlowski), der zum Oberpostdirektor mutiert – das Publikum kam aus Staunen und Lachen gar nicht mehr heraus. Die Christel von der Post und der bedauernswerte Pantoffelheld, der eifrige Hausmeister und die resolute Putzfrau – alles da, was ein Publikum zu bester Unterhaltung braucht.

Routiniert zogen die Darsteller unter der Leitung von Regisseurin Gaby Braun alle Register. Voller Spielfreude schufen sie ein verwirrendes Geflecht aus Verwechslungen, Vermutungen, Annahmen und Gerüchten. Überraschend traf der Schluss des Stückes das Publikum. All die liebenswerten Menschen, die sich soeben in die Herzen der Zuschauer gespielt hatten, zerfielen nach blitzschnellem Bühnenumbau zum Traum einer Hausfrau mit Staubsauger.

Mit sichtlichem Spaß und ganz vielen Lachern hatte das Publikum das turbulente Treiben auf der Bühne verfolgt und belohnte die Akteure mit viel Applaus.

Michael Wenke von LVR Wohnbereich Wegberg zum Beispiel bedankte sich persönlich am Rande der Veranstaltung beim Vorstand des Theatervereins und fand anerkennende Worte. „Unsere Bewohner haben so eine schöne Abwechslung vom Alltag genossen.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Professionalität der Darsteller.

Ein Erfolg, der auf Wiederholung hoffen lässt.

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