„La Strada“: Bewegendes Schauspiel auf der Bühne der Stadthalle

Von: hl
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Erkelenz. Mit dem bewegenden Schauspiel „La Strada“ von Gerold Theobalt nach dem berühmten Film von Federico Fellini ging in der Stadthalle Erkelenz die diesjährige Spielzeit zu Ende.

Das Landestheater Dinkelsbühl, das mit Werken über Nelson Mandela und Harry Belafonte schon mehrfach zu Gast war, brachte unter der Regie von Frank Piotraschke, der auch für das eindrucksvolle Bühnenbild und die eingängige Musik verantwortlich war, ein Stück auf die Bühne, das vom ersten bis zum letzten Augenblick fesselte.

Vergleichbar mit dem Film von 1954 ist das aktuelle Stück nicht. Immerhin war der Film aus vielen Gründen und in jeder Hinsicht einzigartig. Einem Vergleich kann ein nachempfundenes Theaterstück nur schwer standhalten. Auch wenn es so gut ist, wie das des Landestheaters Dinkelsbühl.

Dennoch beeindruckte „das Lied von der Straße“ auch als Schauspiel. Vor allem auch wegen der hervorragenden Leistungen der fünf Darsteller, die ihren jeweiligen Rollen in der zutiefst traurigen Geschichte Glaubwürdigkeit verliehen: Der brutale und menschenverachtende Kettensprenger Zampano kauft die geistig zurückgebliebene Gelsomina ihrer Mutter ab und zieht mit ihr über Land. Erst die Begegnung mit dem Seiltänzer Matto, der ihr Aufmerksamkeit schenkt, bringt dem armen Mädchen seine Würde zurück. Doch dann erschlägt der doch zu einer menschliche Regung fähige Zampano einen vermeintlichen Rivalen – und bleibt am Ende selbst als in vielfacher Weise Geschlagener zurück.

Andreas Peteratzinger verkörperte einen Zampano, dem man seine Gefühllosigkeit und Rohheit abnahm und den man als Zuschauer geradezu hasste. Man glaubte, was Gesolmine über ihn sagte: „Er denkt nicht und ist einfach nur da.“

Stefanie Steffen war die zerbrechliche und Mitleid erregende Gelsomina, die sich trotz aller Demütigungen zu Zampano hingezogen fühlte. Erst in der Begegnung mit Matto (Julian Niedermeier) begreift sie, dass „alles auf der Welt zu irgendetwas nütze ist“. Diese Einsicht hat ihr der clowneske und philosophisch begabte Matto vermittelt. Und dies könnte auch so etwas wie eine Quintessenz des Stückes sein.

Beeindruckend auch Jukia Eckers, die gleich fünf ganz unterschiedliche Rollen verkörperte. Ihr Lachen wird wohl manchen noch in den Ohren geklungen haben.

Bei aller Grundtraurigkeit gab es bei dem Schauspiel auch humoristische Szenen und pantomimische Einlagen, die allerdings nicht über eine pessimistische Grundstimmung hinwegtäuschen konnten.

Zum Ende des Stücks würdigten die Zuschauer mit jeder Menge und lang anhaltendem Beifall die Leistung der Darsteller.

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