Kunstverein Region Heinsberg zeigt „Lichtduchflutet“ von Rafaelov

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Ein Werk von Zipora Rafaelov: Licht-Säule 2003, Installation, 940 x 100 x 100 cm, Holz, Faden, Acryl. Am Sonntag wird eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin beim Kunstverein Region Heinsberg eröffnet.

Kreis Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg freut sich auf seine erste Ausstellung im Jahr 2014: Unter dem Titel „Lichtduchflutet“ werden ab kommenden Sonntag in Unterbruch Installationen und Scherenschnitte von ­Zipora Rafaelov gezeigt.

Abschluss als Meisterschülerin

Die Künstlerin wurde 1954 in Beer-Sheva (Israel) geboren. Sie studierte von 1976 bis 1980 am Institut für Schöne Künste in Bat-Yam (Israel) und von 1981 bis 1987 an der Kunstakademie Düsseldorf mit dem Abschluss als Meisterschülerin. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Düsseldorf und Tel Aviv.

Bedingt durch die Technik und die Arbeitsprozesse, sind die Werke der Künstlerin vorwiegend in den unbunten Farben Schwarz und Weiß angelegt. In den Installationen schafft sie durch die Anordnung der raumgreifend verspannten Fäden eine Skulptur, die eine Leichtigkeit, fast Immaterialität vermittelt. Kleine zeichenhaft eingesetzte Scherenschnitte, teils ­abstrakt oder auch figürlich, schweben zwischen den Figuren im Raum.

Filigrane Arbeiten

Die schwarzen und weißen Scherenschnitte sind filigrane Arbeiten, in denen ein Wechsel von ungegenständlicher Ornamentik und figurativen Elementen eng miteinander verbunden ist. Negativ- und Positivformen sind gleichbedeutend und bilden, wenn sie sich leicht vom Grund abheben, einen zusätzlichen Reiz. Die versetzten Schatten auf der Hintergrundfläche lassen die Motive nochmals in abgestuften Grautönen sichtbar werden.

Für die Ausstellung beim Kunstverein hat die Künstlerin eine Installation entworfen, die Bezug nimmt zur ehemaligen Funktion der Gebäude des Horster Hofes. In den Stallungen des Hofes wurden Tiere und Winterfutter untergebracht. Bei der späteren Restauration und dem Umbau des Hofes sind aus einer der Scheunen die Räume des Kunstvereins hervorgegangen. Die Spuren dieser Funktionsräume nimmt die Künstlerin in ihrer sensiblen Installation auf und gibt gedanklichen Assoziationen freies Spiel.

Über die assoziativen Bezüge ­hinaus hat die aus feinen Fäden raumgreifende Installation einen sinnlichen Reichtum und hohe ­ästhetische Qualität, die beim Durchschreiten des Raumes auch körperlich wahrnehmbar wird. So wie die feinen, in den Raum greifenden Linien die Installation bestimmen, ist auch das flächige Werk der Künstlerin von ­einer differenzierten Beschaffenheit durchdrungen.

In den ausgestellten „Cutouts“ (Scherenschnitten) zeigen die fein strukturierten Linienkompositionen eine Entsprechung zu den Liniengefügen der Fadeninstallationen auf.

Mit Hilfe eines Skalpells

Im Arbeitsprozess des Schneidens mit Hilfe eines Skalpells entwickelt Zipora Rafaelov die teils gegenständlichen, teils abstrakten ornamentalen Formen, die sich in unterschiedlicher Breite kontrastreich gegenüberstehen.

Nicht durch ein additives Verfahren, sondern herausgeschnitten aus einer Fläche, entstehen die Schnitte, die auch eine technische Fähigkeit voraussetzen, denn dieser Wechsel von Positiv- und Negativform hält die ganze Arbeit wie ein Gerüst zusammen.

Unabhängigkeit und Individualität

Frühe illustrative Scherenschnitte, aber auch Scherenschnitte von modernen Künstlern wie Matisse sind bekannt, und doch wird in den „Cutouts“ von Zipora Fafaelov eine Unabhängigkeit und Individualität sichtbar, die keinen unmittelbaren Bezug zu einem anderen Künstler aufzeigt.

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