Kunstverein: Junge Künstler sollen auch junges Publikum anziehen

Von: defi
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Der Architekt Michael Dörstelmann wurde zum neuen Vorsitzenden des Kunstvereins Region Heinsberg gewählt. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Zeitgenössische Kunst von jungen Künstlern aus der Region wünscht sich der neue Vorsitzende des Kunstvereins Region Heinsberg, Michael Dörstelmann. Dörstelmann ist Architekt in Heinsberg. Er hat sein Büro über den Dächern der Kreisstadt am Marktplatz.

Von dort blickt er auf den Selfkantdom und das ein oder andere Bauwerk, das aus seiner Feder stammt. Er ist Mitglied des Heinsberger Stadtrates. Seit vier Jahren gehört er als Beisitzer zum Vorstand des Kunstvereins. Nun wählte ihn die Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Alwin Hintzen, der nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidierte.

Michael Dörstelmann fühlte sich in die Pflicht genommen, das vakant werdende Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Dörstelmann: „Da muss was passieren, sonst stirbt der Kunstverein.“ Er verweist auf das Altersproblem, das vielen Vereinen zu schaffen mache. Dörstelmann: „Die jungen Leute fehlen.“ Der „Wunschkandidat“ für künftige Ausstellungen könnte da Abhilfe schaffen. Der Kandidat wäre nicht älter als 30 Jahre, käme aus der Region und würde in den Bereichen arbeiten, denen der Kunstverein seine fünf Ausstellungen pro Jahr widmet: Malerei, Installationskunst, Fotografie und Skulptur. Dörstelmann: „Das wäre unser Wunschkandidat, dem wir eine Plattform bieten möchten.“

Junge Künstler ziehen junges Publikum, könnte die Zauberformel lauten. Natürlich könnte der Kunstverein auch an die erfolgreichen Ausstellungen renommierter Künstler wie Günter Uecker oder Tony Cragg anknüpfen. Dörstelmann: „Doch was machen dann die jungen Künstler?“ Gerade der jungen, zeitgenössischen Kunst hat sich der Kunstverein Region Heinsberg seit seiner Gründung 1985 verschrieben.

Nun gilt es, junge Künstler mit Potenzial in der Region zu finden. Von der renommierten Kunstakademie in Düsseldorf kam in der Vergangenheit schon der ein oder andere junge, später erfolgreiche Künstler in den Heinsberger Kunstverein. Einen Kandidaten, der aus der Region über die Akademie eine Ausstellung in der „Heimat“ bekommt, hat es bislang kaum gegeben. 2001 nahm der junge Michael Bauer aus Erkelenz an der Gruppenausstellung „When we were kings“ teil.

Zwei Standbeine tragen den Kunstverein finanziell. Zum einen sind dies die Mitglieder. Zurzeit zahlen 111 ihre Beiträge in die Vereinskasse. Zum anderen gibt es zu jeder Ausstellung eine Edition. Sie wird dem Verein von den ausstellenden Künstlern zur Verfügung gestellt. Die Zahl der Abonnenten sei zwar auf neun zurückgegangen, so Dörstelmann, dennoch seien die auf eine Stückzahl von 20 ausgelegten Editionen im Freiverkauf gut angenommen worden.

Auf dem Horster Hof bei Unterbruch verfügt der Kunstverein über Galerieräume, die auch von den Künstlern immer wieder gelobt werden. So zentral, wie etwa das Büro des Vorsitzenden, sind sie allerdings nicht gelegen. Der Horster Hof liege in einer Radfahrerecke, so Dörstelmann. Der Ausstellungsbesuch erfolge häufig bei gutem Wetter. Die Verweildauer liege bei etwa einer halben Stunde, und der Besuch werde gerne mit einer anderen Freizeitaktion verbunden. Das Publikum sei das klassische Bildungsbürgertum.

Dass es nicht einfach werden wird, auch junge Menschen an die Kunst heranzuführen, weiß Michael Dörstelmann. Die Priorität künftig auf junge Künstler aus der Region zu legen, ist sicherlich nur ein erster Schritt. Ein weiterer Schritt ist gedanklich noch in der Entwicklungsphase. Da Kunst nie so lebendig ist, wie in dem Moment, in dem sie geschaffen wird, wäre es vielleicht einmal ein spannendes Angebot an Kunstinteressierte jeden Alters, den Gedankengängen des Künstlers jenseits der üblichen Vernissagen auf die Schliche zu kommen – so eine Art Preview mit dem Künstler? Michael Dörstelmann: „Der Verein ist ja kein Selbstzweck. Hier wird ein breites Spektrum an Kunst geboten.“

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