Kunsttour: Manche wollen einfach nur sehen, wie ein Künstler so lebt

Von: anna
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In Erkelenz zeigen Elke Bürger und Manfred Schieber alte Techniken.
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Die beiden „Lolitas“, gefertigt aus Ahorn, präsentierte Peter Röttges den Besuchern seines Skulpturengartens in Wassenberg. Foto: Anna Petra Thomas
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„Der Sohn des Dädalus oder das Ende eines Traums“, heißt die Edelstahl-Skulptur von Gert Jäger (Mitte). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Ob Malerei, Bildhauerei oder Fotografie, kein Wunsch blieb auch in diesem Jahr für den interessierten Betrachter unerfüllt bei der 13. Auflage der sogenannten Kunsttour in der Freizeitregion Heinsberg. 49 Ateliers, Galerien, Kunstvereine und Museen hatten am Sonntag ihre Türen geöffnet im Rahmen der vom Heinsberger Tourist-Service organisierten und von unserer Zeitung als Medienpartner begleiteten Veranstaltung.

Die Malerei bildete den Schwerpunkt im Erkelenzer Kunsttreff von Elke Bürger und Manfred Schieber, die sich bei der Sommer-Kunstakademie auf Haus Hohenbusch kennengelernt haben. Während Schieber mit berühmten Motiven in der Technik alter Meister im Mehrschichtverfahren, als „Trompe l‘oeils“ illusionistisch verfremdet durch scheinbare, jedoch ebenfalls gemalte Verpackungen begeisterte, präsentierte Bürger ihre farbenfrohen Acryl-Porträts in großen Formaten. Dass sich das offene Atelier der beiden in den eineinhalb Jahren seines Bestehens etabliert hat und Künstler jeden Alters und jeglichen Malereistils Raum bietet, zeigte auch die zeitgleich im Alten Rathaus durchgeführte Ausstellung unter dem Titel „Vielfalt der Kunst“. 27 Freunde des Kunsttreffs stellten hier ihre Arbeiten aus.

Einen Ausflug ins Grüne hinter seinem Haus in Wassenberg ermöglichte Peter Röttges den Besuchern seiner Skulpturenausstellung. Neben übergroß und bunt, aber dennoch realistisch anmutenden Betontieren aus einer früheren Schaffensperiode zeigte er auch seine neuen Menschenbildnisse aus Holz, gefertigt mit einer Elektrosäge und bemalt mit Acrylfarben. Anders als andere mit Holz arbeitende Künstler, die sich bei ihrer Arbeit oft von Form und Struktur ihres Materials leiten ließen, wisse er eigentlich immer schon vorher, was er aus dem Holzstück formen wolle, erklärte er seinen Besuchern.

Nicht nur seinen Skulpturengarten, sondern auch sein mit den Ergebnissen seiner Bildhauerei bestücktes Wohnhaus hatte Gert Jäger in Heinsberg-Horst im Rahmen der Kunsttour geöffnet. Geduldig beantwortete auch er in diesem Jahr alle Fragen seiner Besucher. „Man muss sich als Künstler präsentieren“, befand er. „Kunst, die im Keller steht oder in einer verborgenen Kammer, ist nicht produktiv.“

Ganz unterschiedlich seien die Ambitionen des Publikums, ihn zu besuchen, erzählte er weiter. Manche kämen nur, um einmal zu sehen, wie Künstler so wohnen, andere eher direkt, um die Kunst anzuschauen. Darüber hinaus gebe es natürlich auch diejenigen, die schon öfters bei ihm zu Gast gewesen seien. Sie kämen dann, um zu sehen, was er Neues geschaffen habe.

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