Kunsttour: Fähigkeit zur Muße bei Künstler und Betrachter

Von: Johannes Bindels
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Das Künstlertrio – (v.l.) Kunsttourteilnehmer Ingo Veltum, Jörg Meuter und Hilde Dietz vor einem Werk von Ingo Veltum.
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Christa Walter in den eigenen Räumen vor einem ihrer neueren Werke. Fotos (2): Johannes Bindels Foto: Johannes Bindels

Heinsberg/Hückelhoven. Bei der Kunsttour 2017 standen am Sonntag zahlreiche Ateliers und Galerien den Besuchern offen. Auch Christa Walter aus Heinsberg-Schafhausen und Ingo Veltum aus Hückelhoven-Kleingladbach mit seinen Gastaustellern, Hilde Dietz und Jörg Meuter, standen Rede und Antwort zu Fragen der eigenen Kunst, dem Verständnis von Ästhetik und handwerklichen Grundlagen, aber auch zur Motivation, warum sie an der Kunsttour teilnahmen.

„Malen ist für mich eine Leidenschaft“, betonte die freischaffende Künstlerin Christa Walter den Stellenwert, welche die Kunst in ihrem Leben einnimmt. Und die komme gleich nach der Familie als wichtigstes Element in ihrem Leben. Zur Ästhetik als wesentlichem Merkmal von Kunst gehören für Christa Walter gleichwertig die Beherrschung der handwerklichen Grundlagen und die Fähigkeit zur Muße beim kreativen Prozess.

In Ruhe die Werke zu betrachten, sei eine Erwartung, die sie auch bei den Kunstinteressierten hege. Sich Zeit nehmen, sei aber eine Fähigkeit, die in der hektischen Zeit verloren zu gehen drohe. Die Kunsttour versteht sie als einen Versuch, diese Entwicklung aufzuhalten. Gleichzeitig biete sie den an Kunst Interessierten eine Plattform. Die Hoffnung, dass möglichst viele Menschen diese Plattform nutzen, sei auch Motivation gewesen, an der Kunsttour als Ausstellerin teilzunehmen.

Wenn Menschen sich mit ihren oder anderen Kunstwerken ernsthaft auseinandersetzten, dann empfinde sie dies als große Wertschätzung. Von der gemalten Poesie ihrer Buchobjekte bis zu den luftig-leichten Acrylbildern, in denen Schriftsprache mit gemalten Formen und Flächen korrespondiert, reichen die eindrucksvollen Arbeiten Walters.

„Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt meines künstlerischen Handelns“, hob Ingo Veltum hervor. Der Kern seines Weltbildes sei vom Humanismus im ursprünglichen Sinne geprägt. Ein politischer Künstler sei er nicht, ergänzt Veltum. Kunst komme für ihn von Können.

Auch bei ihm steht die Beherrschung der handwerklichen Grundlagen am Anfang jeglichen Kunstprozesses. Seine Kunst verorten will er nicht selber. Er fühlt sich aber gut aufgehoben, wenn von „Mischformen gegenständlicher bis abstrakter Kunst“ gesprochen wird. Mit Techniken und Materialien zu experimentieren, zeichnet seine Werke aus.

Die Gastausteller Hilde Dietz und Jörg Meuter erweiterten und ergänzten mit ihren Arbeiten die Ateliersausstellung in Kleingladbach. Während Dietz Monotypien verfremdeter Porträts ausstellte, präsentierte der freischaffende Fotograf Jörg Meuter konzeptgeplante farbige Prints mit Rorschachmotiven. Das Potenzial für intensive Dialoge war bei der Künstlergruppe für jeden Kunstinteressierten reichlich gegeben. Die Künstler sind Mitglied der Bedburger Künstlergruppe „Elf im Glashaus“.

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