Kunstoffensive: Fast 30 Künstler zeigen ihre Werke

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Wäre er nicht aus Metall, würde lächeln: Der „Wächter“ (l.) von Maarten Vaessen, der mit seiner Mobilgalerie gekommen war.

Wegberg. Der „Wächter“, eine fast lebensgroße Eisenskulptur mit einem seltsam anmutenden Spitzhut, der nicht recht zu Schild und Schwert zu passen schien, bewachte das Treiben rund um das Alte Kloster in Wegberg.

Hoch auf seinem Sockel stehend hatte er mit stattlichen 2,56 Metern wohl den besten Überblick über das Gelände. Und wäre er nicht aus Eisen gewesen, er hätte wohl zufrieden gelächelt über die Szenerie in Haus und Garten und den Erfolg der Veranstaltung. Buntes Treiben herrschte ringsum, Künstler und Kunstbegeisterte bevölkerten Gebäude und Garten anlässlich der neunten „Kunstoffensive“ in Wegberg.

Fein herausgeputzt hatte sich das Alte Kloster. „Wir haben eine Werkstatt in ein Wohnzimmer verwandelt“, so drückte es Ulrike Kotlowski, Mitglied der Atelieretage Wegberg und damit „Normalbewohner“ des Klosters, aus. „Die Vorbereitungen sind harmonisch abgelaufen, auch wenn wir die Zelte im strömenden Regen aufbauen mussten“, ergänzte Folkmar Pietsch von der Projektgruppe „Kunstoffensive“.

Mit seiner einzigartigen „Mobilgalerie“, einem schwarzen Bauwagen, war der Schöpfer des Wächters, Maarten Vaessen, ein Niederländer, der in Belgien wohnt, angereist. Seine Edelrost-Skulpturen fertigt er aus unbehandeltem Eisen mit charakteristisch unvollendeten Schweißnähten. Der ehemalige Lkw-Fahrer hat sein Hobby zum Beruf gemacht und widmet sich seit eineinhalb Jahren ausschließlich der Kunst. „Mein Kopf ist voller Ideen, ich finde gar nicht die Zeit, alles umzusetzen.“

In einem der weißen Zelte präsentierte Roland Menten aus Belgien seine „Kunst des Verlangsamens“. Mit den Schnecken in Mohnblumen, auf Steinen und Blättern will er einen „humorvollen Widerspruch zur gestressten, perfektionierten heutigen Gesellschaft“ setzen. Auf der Empore im Treppenhaus des Gebäudes wurde es mit der experimentellen Fotokunst von Jessica Duziack aus Arsbeck lebhaft bunt. Karin van Zoggel, Mitglied der Atelieretage, hatte das Thema Flüchtlinge künstlerisch aufgegriffen: Eine Giraffe stolziert durch die Eingangshalle der dänischen Nationalbank in Kopenhagen, zwei Orang-Utans tummeln sich im leergeräumten Museum Folkwang.

29 Künstler aus den Kreisen Heinsberg, Viersen, Aachen, Mönchengladbach, Neuss, aus den Niederlanden und Belgien zeigten ihre Werke aus Malerei, Druckgrafik, Bildhauerei und Fotografie. Sie genossen den direkten Kontakt zum Publikum und gaben bereitwillig Auskunft über Materialien, Techniken und Anliegen.

Der Garten bot im Schatten der Bäume Gelegenheit, um sich gemütlich niederzugelassen, Köstlichkeiten aus Küche und Keller zu genießen und sich vom „Boundless-Dixieland-Quartet“ mit Bandleader Günther Dülpers in beschwingte Stimmung versetzen zu lassen.

Zufrieden lächelnd, interessiert nachfragend und angeregt diskutierend schlenderten sie auf dem Skulpturenweg und über die Flure, durch Ateliers und Zelte: das Publikum, die Künstler und natürlich auch die Mitglieder der Projektgruppe „Kunstoffensive“ als Veranstalter. Und wie gesagt, auch der Wächter hätte gelächelt, wenn er nicht aus Eisen wäre.

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