Kunsthandwerkermarkt: Kombination aus Kreativität und Können

Von: Johannes Bindels
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Außergewöhnlich: Stuart Malcom Bilcock mit seinen selbstentwickelten Instrumenten. Foto: Johannes Bindels
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Die Baustellen-Party des Gewerbevereins in der Graf-Gerhard-Straße bot Genuss fürs leibliche Wohl.

Wassenberg. An 33 Ständen hatten die Besucher des 1. Kunsthandwerkermarktes auf dem Roßtorplatz in Wassenberg Gelegenheit, die Verbindung von Handwerk und Kunst zu betrachten, anzufassen und auszuprobieren. Die Angebote reichten von der Textilkunst, kleinen Gebrauchsgegenständen, handgefertigten Musikinstrumenten über Schmuck bis zu klein- und großformatiger Malerei und Skulpturen.

„Um sechs Uhr haben wir uns auf den Weg von Essen nach Wassenberg gemacht“, erzählten Anke und Bernd Illing an ihrem Stand. Sie hatten die längste Anfahrt aller Aussteller. 13 Jahre habe sie in Wassenberg gewohnt und noch viele Freunde und Bekannte hier wohnen, betonte Anke Illing. Die hätten sie mit einem Flyer auf den 1. Kunsthandwerkermarkt aufmerksam gemacht, und nach kurzer Absprache mit Gabriele Jansen vom Fachbereich Stadtmarketing, Tourismus und Kultur sei die Entscheidung gefallen, mit ihren selbstgemachten originellen Produkten wie den Türanhängern, den Schlüsselbrettern und aufhängbaren Schmink-Plätzen teilzunehmen.

Manfred van de Sandt und seine Frau Erika aus Tönisvorst zeigten, dass Kunst mit Können und der handwerklichen Beherrschung der Materialien zu tun hat. „Alle Holzskulpturen basieren auf Fundstücken aus Südtirol“, verriet van de Sandt seine Materialquellen. Das Zirbelkieferholz lasse sich ähnlich gut verarbeiten wie Lindenholz, betonte der Künstler. Seine Plastiken wirkten lebendig und erfreuten mit ihrer ästhetischen Wirkung jeden Kunstfreund.

Mit seinen in Bleiglas-Technik entstandenen Glasspielen, die im Licht der Sonne ihre Farbpracht entfalten konnten, hatte auch Rolf Kostka aus Mönchengladbach eine längere Anreise zu bewältigen. Umso gefragter waren diese Schmuckstücke des 80-jährigen Hobbykünstlers.

Auch wenn der Name Stuart Malcom Bilcock schon auf seine Heimat verweist, so hatte der gebürtige Brite, der in Heinsberg-Unterbruch lebt, nur eine kurze Anfahrt zu bewältigen. Auffallend waren die ungewöhnlichen Formen seiner selbstentwickelten Musikinstrumente. Der Designer für Möbel und Instrumente führte von der eigenentwickelten achtsaitigen Geyer-Leier über Zither-ähnliche Zupfinstrumente bis zu Gitarrenmodellen, die von Paul McCartney (The Beatles) und Klaus Voormann gespielt werden, seine Instrumente vor.

Auch bei Brigitte Böckels entstammen die gezeigten Exponate aus Polysterol und Buntglas aus der Verbindung von Handwerk und Kreativität. Die gelernte Stuckateurin kennt sich mit Baustoffen aus und weiß um deren Verwendbarkeit. „Mein Interesse gilt der kreativen Gestaltung des Themas Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft und wie Zeit in Formsprache umgesetzt werden kann“, erklärte sie den Interessenten an ihrem Stand. Als Mitglied des Wassenberger Künstlerstammtischs lag es nahe, auch am Kunsthandwerkermarkt teilzunehmen, betonte die freischaffende Künstlerin aus Erkelenz.

Mit Elke Bürger und Erika van de Sandt vom Kunsttreff Erkelenz sowie Sandra Otten aus Wassenberg-Myhl und Irene Heinen aus Heinsberg zeigten weitere Künstlerinnen aus der Region ihre Malerei und Kreativität.

Während Geist und ästhetischer Genuss sich an den Ständen auf dem Roßtorplatz in Gesprächen mit den Anbietern und beim Betrachten reichlich entfalten konnte, war die parallel stattfindende Baustellen-Party des Gewerbevereins in der Graf-Gerhard-Straße deutlich mehr den leiblichen Genüssen zugeneigt. Bei gegrillten Würsten und einem kühlen Getränk, untermalt mit populärer Musik einer Liveband, gab es auch hier reichlich Zeit, ins Gespräch zu kommen. Wer am Glücksrad drehen wollte, hatte auch dazu Gelegenheit, sogar einen Gewinn zu ergattern.

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