Kunst und Kultur des Selfkants auf einer Kuhhaut vereint

Von: fw
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Die Initiatoren des Projektes „KUHltig“: die Diplom-Sozialpädagogen Melanie Meuffels und Franz Josef Stoffels. Foto: Windelen

Selfkant. Kühe in Feld und Flur sind selten geworden. Selbst im ländlichen Selfkant. Den Eindruck hatten auch die Initiatoren der gemeindlichen Jugendarbeit, die beiden Diplom-Sozialpädagogen Franz Josef Stoffels und Melanie Meuffels. Die Idee war schnell geboren: Wir basteln uns ein paar Kühe, nicht irgendwelche, sondern schöne, bunte, fantasievoll bemalte Plastiken.

Aber das, was da in der dreiwöchigen Ferienmaßnahme im Höngener Jugendheim durch Kinderhände entstehen sollte, war mehr als Kreativität: Kunst und Kultur des Selfkants sollten miteinander vereint werden, irgendwie sollte sich die Geschichte des Westzipfels auf der Kuh wiederfinden. Der Name des Projekts lautete denn auch bezeichnenderweise „KUHltig“.

Die Kuh als künstlerisches Sujet hatte sich bereits bewährt – vor zwei Jahren, als die Jugendlichen zehn Plastikkühe mit Pinsel und Farbe bearbeitet hatten. „Das waren Auftragsarbeiten für Geschäftsleute. Die vier Kühe, die wir jetzt bemalten, haben eine kulturelle Zielsetzung. Eben die Geschichte des Selfkants“, erklärt Stoffels. Und da in diesem Jahr ein ganz besonderes Kapitel kommunaler Historie gefeiert wird, drängte sich das Thema förmlich auf: die Rückgliederung des Selfkants vor 50 Jahren in die Bundesrepublik Deutschland.

Eine schwierige Aufgabe für zehn- bis 14-jährige Jungen und Mädchen sollte man denken. Aber weit gefehlt – wie das Ergebnis zeigen sollte. „Vor Beginn der kreativen Phase wurden die Teilnehmer über die Vergangenheit und Kultur des Selfkants im Heimatmuseum durch Gerd Passen informiert, der als Vorsitzender des Heimatvereins die frühe und jüngere Geschichte der Gemeinde spannend erzählte.“

Von der Römerzeit bis zur niederländischen Auftragsverwaltung. „Die Rückgliederung des Selfkants, die Vernetzung mit den Niederlanden, das Verschwimmen der Grenzen und die daraus entstandenen und entstehenden Freundschaften mit dem Nachbarland bildeten in Folge den Schwerpunkt beim Gestalten der Kuh-Rohlinge“, erläutert Melanie Meuffels. Das Brot des Künstlers ist bekanntlich der Applaus beziehungsweise die Anerkennung. Und davon bekommen die kleinen Akteure reichlich.

Eine erste Wertschätzung erfuhren die lustigen Kunstviecher bei der offiziellen Feier zur Rückgliederung am 16. August im Festzelt – als Dekoration fürs Bühnenbild. Bürgermeister Herbert Corsten, auch sehr angetan von „KUHltig“ will eine Farbkuh fürs Rathaus.

„Außerdem“, freut sich Franz Josef Stoffels über die Resonanz jenseits der Grenze, „möchte eine niederländische Schule die Skulpturen zum Thema Freundschaft ausstellen.“ Auch in der Gemeinde finden die Plastiken großes Interesse. Feuerwehr und Heimatverein haben im Höngener Jugendheim bereits angeklopft und um eine Ausleihe gebeten.

Selfkant, Kühe – das ist „kuhltig“ und vielleicht auch bald kultig. Das Ferienprojekt ist ein Riesenerfolg. Obendrein hat es die Kreativabteilung der Jugendarbeit so gut wie nichts gekostet. Melanie Meuffels: „Gefördert wurde die Maßnahme nämlich durch den Kulturrucksack NRW.“

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