Kunst in Wohlfühlatmosphäre: Hemmschwellen abbauen

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
11050685.jpg
So sieht es aus, wenn Matthias Hintzes (l.) Werke im Wohnzimmer platziert sind: Galerist Michael Diehl (r.) zeigt sie in einem Wohnhaus. Foto: mb

Wegberg-Dalheim. Der Weg schlängelt sich durch ein Waldwohngebiet, mächtige Baumkronen bestimmen das Bild in der Beethovenstraße. Er führt in die Galerie Wortmann in Wegberg-Dalheim, „wo die Kunst zu Hause ist“, sagt Galerist Michael Diehl.

Statt in steriler Umgebung stellt er die Werke in einem bewohnten Haus aus, neben Sofa und Küche. Hemmschwellen will er abbauen, auch die anlocken, die sich ungern die Beine bei Häppchen und Champagner in den Bauch stehen. Kunst will er da präsentieren, wo sie später sein soll: Zuhause. „Wie im richtigen Leben.“ Und da kann es durchaus vorkommen, dass der Besucher in den lichtdurchfluteten Räumen in der Küche oder auf dem Sofa auf einen berühmten Künstler trifft.

Zur aktuellen Ausstellungseröffnung ist das Haus gefüllt mit den beeindruckenden Werken von Michael Hintz, der gerade aus dem Wohnraum kommt. Die Werkausstellung mit dem Titel „Kopf Sache Hintz“ begleitet er persönlich, erklärt Entstehungsgeschichten, Anliegen, Arbeitsweisen. Auf die Suche nach dem „Mensch in den Dingen“ begibt sich der Meisterschüler von Günther Uecker und Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf. Sein Gemäldezyklus „Kunst-Köpfe“ umfasst Bilder verschiedener Größen. Alle zeigen Köpfe, jeder ist anders. Auch wie im richtigen Leben.

„Ich arbeite seitenverkehrt“, erklärt der 56-Jährige. Das Bild malt er auf Holz- oder Wachsplatten und nimmt es vorsichtig mit Papier ab. Vom Ergebnis sei er manchmal selbst überrascht. Für seine „Datenskulpturen“, verwendet Matthias Hintz CDs, klassische Datenträger, die er erhitzt und mit einer eigens kreierten Technik zu personenhaften Skulpturen zusammenfügt. So entstehen zierliche filigrane Werke aber auch monumentale Gebilde von besonderem Reiz, die das Spiel mit dem Licht aufnehmen und den Betrachter faszinieren.

Ausstellungen im In- und Ausland und zahlreiche Auszeichnungen begleiten den Weg des Künstlers. Seine Werke sind Bestandteil etlicher privater und öffentlicher Sammlungen und befinden sich unter anderem im Deutschen Bundestag, im Willy-Brandt-Haus und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Matthias Hintz wurde in Halle/Saale geboren, floh mit 29 Jahren aus der ehemaligen DDR in den Westen und lebt jetzt in Hülchrath, einem kleinen Ort bei Grevenbroich.

Während der Ausstellungen steht die Tür der Galerie Wortmann für Besucher offen, zu allen anderen Zeiten ist ein virtueller Rundgang durch Räume und Ausstellung mittels 360-Grad-Ansicht möglich. Diese neue Form des Galerie-Rundganges wird nach Ende der Ausstellung jedes einzelnen Künstlers, der in der Galerie zu Gast war, online gestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert