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Kunst als Kommentar zur verlorenen Heimat

Von: hewi
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Ist auf ungewöhnlichen Wegen unterwegs: der Erkelenzer Künstler Johannes Reul.

Erkelenz. Kunst „Made in Erkelenz“ gibt es im Haus Spiess zu bewundern. Unter dem Titel „Findungen“ sind dort derzeit Arbeiten des Erkelenzer Künstlers und Pädagogen Johannes Reul ausgestellt. Bei der Eröffnung der Ausstellung zitierte der Kulturmanager Christoph Stolzenberger den Künstler selbst, der einmal erklärt hat, dass Farbe „Macht über mich hat“.

Das sieht man seinen Bildern durchaus an, wenn man sich auf eine Erkundungstour durch das Barockgebäude am Franziskanerplatz macht: Was auf den ersten flüchtigen Blick wirr erscheinen mag, zieht den Betrachter schnell in seinen Bann. Denn die Farben stehen in einem Dialog zueinander und weisen dem Betrachter gegenüber durchaus eine kompositorische Struktur auf.

Die teilweise großformatigen Bilder tragen Titel wie „Schichtung“, „Verwerfung“ oder „Geschunden“ und lassen dem Betrachter gewiss Raum für eigene Interpretationen. Schon der Titel der Ausstellung – „Findungen“ – lasse Platz für Gedanken, wie Stolzenberger in seiner kurzen Einführungsrede bekräftigte.

Er selbst hatte nach einem Besuch im Atelier des Künstlers spontan beschlossen, dessen Arbeiten ins Haus Spiess zu holen. Der Titel „Findungen“ sei ein Indiz für eine kreative Suche, die zuvor stattgefunden haben müsse. Denn gefunden werden könne nur, was auch gesucht werde.

Die Ergebnisse des Prozesses der Suche stammen aus den vergangenen Jahren und geben ein breites und kreatives Spektrum wieder. Dass der Titel „Findungen“ auch auf „Empfindungen“ hinweist, liegt auf der Hand, denn Kunst löst beim Betrachter vor allem eines aus: Empfindungen. Dabei geht Reul oft ungewöhnliche Wege. „Grün und Blau schmückt die Sau“, sagte man früher, um darauf hinzuweisen, dass eine bestimmte farbliche Kombination nicht sehr passend wäre.

Reul beweist in seinen geschichteten Arbeiten, wie diese beiden Farben harmonisch und inspirierend zusammenspielen. Dabei sind die „Findungen“ bei der Arbeitsweise des Künstlers nicht vorhersehbar. „Ich fühle, wie es passt“, beschreibt Reul selbst seine Arbeitsweise und wann er weiß, dass das Bild fertig ist.

Mit Arbeiten wie „Sümpfung“ kommentiert Reul auch den Verlust der Heimat durch den nahenden Tagebau, ein Thema, das Erkelenzer Künstler sehr beschäftigt. Auch mittels Skulpturen aus Steinplatten und Bruchstücken: Trotz ihrer Strenge und Sachlichkeit wirken sie in ihrer exponierten Stellung verloren und stehen somit sinnbildlich auch für die Teile der Heimat, die dem Bagger zum Opfer fallen.

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