Kulturverein Selfkant erhält Kulturpreis

Von: dawin
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Aus der ehemals maroden alten Volksschule in Höngen wurde das schmucke Kulturhaus, das vom Kulturverein Selfkant gepflegt und genutzt wird. Vorsitzender Gottfried Engendahl freut sich über die internationale Wertschätzung, die der Einrichtung mit dem Pater-Sangers-Preis zuteil wurde. Foto: dawin
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Die kalligraphisch aufwendig gearbeitete Urkunde hat im Kulturhaus einen Ehrenplatz. Foto: dawin

Selfkant. Vor zehn Jahren wurde er gegründet, quasi im Jubiläumsjahr wurde der Kulturverein Selfkant jetzt für seine bisherigen Verdienste belohnt: Er erhielt den Pater-Sangers-Preis der „Maasketen Jan van Eyck“, einer belgisch-niederländisch-deutschen Vereinigung, die sich den Erhalt des Brauchtums, der Sprache und der Kunst im Dreiländereck auf die Fahnen geschrieben hat.

Das Ambiente für die Ehrung war passend gewählt: der geschichtsträchtige Ratssaal des alten Maaseiker Rathauses.

Gottfried Engendahl, Vorsitzender und Gründer des Kulturvereins, ist wieder zurück, mit den besten Eindrücken und, natürlich, mit der Auszeichnung. Diese kalligraphisch aufwendig gestaltete Urkunde hat bereits im Kulturhaus an der Höngener Kirchstraße ihren Ehrenplatz erhalten – auf der Fensterbank im Saal.

Marode Schule saniert

Engendahl erinnert an die Laudatio von Peer Boselie, dem „Maasketen“-Mann . Und es wird schnell klar: Die Geschichte des Kulturvereins lässt sich ohne die Alte Schule, das heutige Kulturhaus, nicht erzählen. Mit seiner Gründung hat der Kulturverein sich zu seiner ersten Aufgabe gemacht, die seinerzeit marode ehemalige Höngener Volksschule wieder zu neuem Leben zu wecken.

Der bauliche Zustand des aus dem Jahr 1911 stammenden Hauses war katastrophal. Dennoch: Die desolate Ausgangssituation konnte eine Handvoll Leute damals nicht davon abhalten, Pläne zu schmieden, ein Nutzungskonzept zu erstellen, beherzt anzupacken und die alte Schule samt ihren Lehrerdienstwohnungen und Klassenräumen, drinnen wie draußen, aufzupolieren.

Es war ein beschwerlicher Weg, er verlangte der allmählich wachsenden Mitgliederschar und hilfsbereiten Dorfbewohnern bei der Renovierung viel Engagement ab. Ein Kriterium, das auch die Maaseiker „Maasketen“-Jury maßgeblich bei der Wahl des diesjährigen Preisträgers beeindruckt hatte. Die EU bezuschusste das Projekt mit 450.000 Euro. Der Kulturverein steuerte zudem Beiträge und Spenden in Höhe von 20.000 Euro bei. Der Eigenanteil der Gemeinde Selfkant, in deren Eigentum die Schule steht, konnte durch die hemdsärmelige Hilfe aus der Dorfbevölkerung verringert werden.

Dachstühle wurden erneuert und Dächer neu eingedeckt, Installationen für Elektro und Wasser mussten auf den heute vorschriftsmäßigen Stand gebracht werden, Kriegsschäden im Mauerwerk wurden beseitigt, 16 Türen und 40 Fenster wurden eingebaut und vieles mehr.

Im Stil der Jahrhundertwende

„Bei der Renovierung haben wir genauestens darauf geachtet, dass die typischen Baumerkmale im Stil der Jahrhundertwende eingehalten wurden“, betont Gottfried Engendahl und zeigt auf die Zimmerwände: „Hier gibt es beispielsweise nur gemalte Tapeten, so wie früher.“

Die alte Schule, die noch vor zehn Jahren um ein Haar dem Verfall preisgegeben war, ist heute so was wie die gute Stube des Selfkants; sie dient der Kommunikation und ist zugleich eine gute Adresse für Kunst- und Kulturbegeisterte.

Engendahl führt durch das liebevoll aufbereitete Treppenhaus in die nicht minder schmucken Räume. Dort werden Autorenlesungen, Kunstausstellungen, Kleinkunsttheater, Musikkonzerte von Klassik bis Rock, Filmabende, Modeschauen, Tai-Chi-Kurse veranstaltet.

Im oberen Teil des Hauses befindet sich die Leihbibliothek des Vereins. Die Räume werden auch für Familienfeste sowie für Veranstaltungen für Vereine und Gruppen zur Verfügung gestellt. Freitags trifft sich die Schachvereinigung.

„Der Zweck des Kulturvereins ist die Förderung der Kunst Kultur und der Brauchtumspflege im Selfkant sowie die Pflege und Unterhaltung des Kulturhauses“, sagt Vorsitzender Engendahl, blickt auf den eingerahmten Pater-Sangers-Preis auf der Fensterbank und freut sich, dass die Arbeit des Vereins auch internationale Beachtung findet.

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