Wegberg - Kürzungen des Bistums: Pfarrei muss streng sparen

Kürzungen des Bistums: Pfarrei muss streng sparen

Von: Monika Baltes
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Der Kirchturm der Pfarrkirche „St. Peter und Paul“ in der Wegberger Innenstadt ist das Zentrum der Pfarrei St. Martin und soll weiter Förderung vom Bistum Aachen erhalten. Foto: Monika Baltes
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Der Mühlstein vor der Pfarrkirche in Wegberg ist das verbindende Symbol für die neue Großpfarrei. Die 20 Sterne rund um das St. Martinssiegel erinnern an die ehemaligen Gemeinden und Kapellengemeinden der Pfarrei. Foto: Monika Baltes

Wegberg. „KIM“, das Kirchliche Immobilien Management im Bistum Aachen hat für Wirbel in der Wegberger Pfarrei St. Martin Wegberg gesorgt. Die Kirche verliert an Bedeutung, weniger Gottesdienstbesucher, weniger Steuereinnahmen, deshalb hat das Bistum Aachen seinen Gemeinden einen strengen Sparkurs verordnet.

Dreißig Prozent einsparen bei der Instandhaltung kirchlicher Gebäude, das war die Vorgabe, mit der auch die KIM-Projektgruppe in Wegberg in die Beratungen ging. Statt der bisherigen Instandhaltungsrücklage von 300.000 Euro gibt es künftig nur noch 200.000 Euro.

Auf 24 pastoral genutzte Gebäude hat sich die KIM-Projektgruppe geeinigt, die bei Sanierungen und Reparaturen künftig nicht mehr vom Bistum bezuschusst werden. „Mangelnde Transparenz des Verfahrens“ so lautet der Vorwurf, der jetzt in Wegberg öffentlich diskutiert wird.

Der Wegberger Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran habe alleine über die Zusammensetzung der Projektgruppe bestimmt, Geheimhaltung verordnet, Austausch verhindert, Informationen erst nach der Genehmigung aus Aachen gegeben. Auch konkrete Zahlen kursieren: Beeck soll 30.000 Euro pro Jahr einsparen, „St. Peter und Paul“ in der Wegberger Innenstadt nur 228 Euro jährlich.

„Meines Wissens kommen die Anschuldigungen von Mitgliedern des Beecker Ortsausschusses“, sagt der Pfarrer, der persönlich „enttäuscht und traurig“ ist. Er setzt sich mit einer öffentlichen Stellungnahme zur Wehr, die er an die Gottesdienstbesucher verteilen ließ und auf der Homepage veröffentlicht.

Vorschläge der Projektgruppe

Bei der Zusammensetzung der Projektgruppe sei für ihn entscheidend gewesen, dass alle Filialgemeinden vertreten wurden, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat in ausgewogener Anzahl der Projektgruppe angehörten, die Teilnehmer „eine Nähe zu Finanzen, Bau und Liegenschaften“ gehabt hätten und die Projektgruppe – von der Größe her – arbeitsfähig gewesen sei.

Der Vorschlag der Projektgruppe sei sowohl dem Pfarrgemeinderat als auch dem Kirchenvorstand von St. Martin vorgestellt worden, alternative Vorschläge seien nicht gemacht worden. Jeweils mit großer Mehrheit habe das Konzept die Gremien passiert. Die kirchenaufsichtliche Genehmigung durch das Bistum sei am 27. Mai eingegangen. Zeitnah habe er alle Ortsausschüsse der Pfarrei St. Martin eingeladen und sie am 22. Juni umfassend informiert.

Alle Beteiligten am Verfahren in Wegberg seien gewählte Vertreter der Pfarrangehörigen und die Eckpunkte des Pastoralkonzeptes seien berücksichtigt worden. Als Zentrum der Pfarrei St. Martin müsse die Kirche „St. Peter und Paul“ in der Wegberger Innenstadt zudem eine Absicherung für jede mögliche zukünftige Entwicklung gewährleisten. Derzeit werde keine Kirche geschlossen und in jeder Gemeinde gebe es einen Ort, wo die Glaubensgemeinschaft sich versammeln kann.

Kontrovers diskutiert

Die Mitglieder der Projektgruppe bestätigen diese Aussagen des Wegberger Pfarrers. „Ja, genau so war das“, sagt Reiner Bieker aus Beeck. Natürlich sei angesichts des sensiblen Themas kontrovers diskutiert worden, äußert sich Marieanne van Kan aus Wildenrath, aber das Ergebnis sei tragfähig. Leo Bolz aus Tüschenbroich bekräftigt: „Der Pfarrer hat Recht.“ Nach der Urlaubszeit will der Wegberger Pfarrer eine Informationsveranstaltung für alle Pfarrangehörigen anbieten. Auch Termine in den Filialgemeinden könnten – soweit gewünscht – abgestimmt werden.

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