Heinsberg-Oberbruch - Künstlerische Reise in die Vergangenheit

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Künstlerische Reise in die Vergangenheit

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
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Ruth Schulmeyer, Leo Horbach, Birgit Merle (v.l.) zeigen in einer Ausstellung mit dem Titel „Traces of Time – Spuren der Zeit“ ihre Werke. Foto: Bindels

Heinsberg-Oberbruch. „Wenn zwei Künstlerinnen zum Thema Spuren der Zeit zusammenarbeiten, entstehen Bilder der Hinterlassenschaften von Menschen, die Erinnerungen an gelebtes Leben sind“, sagte die Kunsthistorikerin Gabriele Teuteberg in ihrer Laudatio bei der Vernissage zur gemeinsamen Ausstellung von Birgit Merle (Fotografie), Ruth Schulmeyer (Malerei) und dem Gastkünstler Leo Horbach (Bildhauer).

Der Schwerpunkt der Schau in der Ausstellungshalle liegt auf der Dokumentation eines Teils des Bizzparkes, der sich im Abriss befindet. „Die Ausstellung ist eine Reise in die Vergangenheit“, formulierte Dr. Richard Nouvertné, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Heinsberg und Vorsitzender der Sparkassen-Kunststiftung, in seinem Grußwort. Die Kunststiftung sei 2003 gegründet worden, um Kunst und Kultur einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Ausstellungsthema und die Räume im Bizzpark belegten die gelungene Umsetzung des Kunsttransfers, den zu unterstützen die Kunststiftung sich zur Aufgabe gemacht hat.

Zuvor hatte der Dalheimer Galerist Klaus Noack in seiner Begrüßung die Künstler und das Programm der Vernissage vorgestellt, für dessen musikalischen Rahmen Rocco Recycle (Preis als Straßenmusiker 2013 der Stadt Köln) sorgte.

„Wenn Malerei und Fotografie sich auf Spurensuche begeben und mit dem jeweils eigenen Ausdruckspotenzial das gleiche Thema bearbeiten und Farbe ins Spiel kommt, dann wird diese Begegnung zur barocken Augenweide des Schwelgens“, beschrieb die Kunsthistorikerin Teuteberg die ausgestellten Werke von Merle und Schulmeyer. Mit Leo Horbachs Skulpturen käme ein weiterer Aspekt der Spurensuche hinzu: Zeit sei im bearbeiteten Stein gespeichert. „Mit seiner Bearbeitung verbindet er die Figur durch die endgültige Form mit der im Stein gebundenen Zeit.“

Birgit Merle und Ruth Schulmeyer formierten sich 2010 als Künstlergruppe „Kokett“. Die gemeinsame Arbeit zum Leitthema Zeit, in dem die Fotos das Vergehen und Verschwinden von menschlichen Erzeugnissen dokumentieren und was in der Fotografie durch die Malerei interpretiert wird, nennen die beiden Künstlerinnen „Cross-Art“.

Als exemplarische Orte für das Verfallen haben sie sich einerseits in Oberbruch die Gebäude und Hallen ausgesucht, die zum Teil aus der Gründungszeit der ehemaligen Glanzstoffchemiefabrik stammen. Als weiterer Ort und im anderen Teil der Ausstellung wird die ehemalige Garnisonsstadt „Wünsdorf“ bei Zossen und deren Verfall nach Abzug des sowjetischen Militärs dokumentiert.

Die künstlerische Aufarbeitung stellt dabei das Morbide in Ausschnitten von technischen Anlagen dar, in denen teils die Beschriftungen in kyrillischer Schrift Bestandteil der Gestaltung werden – immer jedoch fast bis zur Gegenstandslosigkeit verfremdet.

Die Skulpturen Leo Horbachs sind dagegen überwiegend figurativ. Aus dem Naturstein wurde Neues gestaltet. Es steht somit im Kontrast zu dem Morbiden und Verfallenen im Werk der beiden Künstlerinnen. Bei „Traces of time – Spuren der Zeit“ wird das Alte und das Neue in einem Spannungsbogen zusammengeführt und ergibt den Reiz dieser Ausstellung.

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