Künstlerische Kettenreaktion ist eine fantastische Reise

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
12259854.jpg
Außergewöhnlich: Die „11 im Glashaus“ und Wilfried Kleiber stellen derzeit im Eesdron aus. Foto: Monika Baltes

Hückelhoven-Millich. Die Reise mit der „stillen Post“ führt von Dalis „Beständigkeit der Erinnerung“ zum Indianer „Flying Horse“. Diesen spannenden Weg mit überraschenden Wendungen aber auch verblüffender Beständigkeit zeigt der Künstlertreff/Galerie Eesdron in Millich Kunstinteressierten in seiner aktuellen Ausstellung.

Ergänzt wird die Ausstellung der Künstlergruppe „11 im Glashaus“ aus Bedburg von der „Havarie“, den Edelstahlobjekten von Wilfried Kleiber aus Gerderath. Wer kennt es nicht, das alte Kinderspiel „Stille Post“, wenn ein Wort von Kind zu Kind ins Ohr geflüstert wird und am Ende der Wortreihe etwas ganz anderes herauskommt? Nach diesem Prinzip sind die Bilder der Künstlergruppe „11 im Glashaus“ entstanden.

Seinerzeit gab der damalige Bedburger Bürgermeister Gunnar Koerdt mit seiner Bildvorgabe das Startsignal für eine künstlerische Kettenreaktion. Er entschied sich für das wohl bekannteste Bild von Salvatore Dali, die „Beständigkeit der Erinnerung“, die zerrinnende Zeit, die weichen Uhren, und zeigte es Àkos Sziráki, auf dessen Idee „Stille Post“ zurückgeht. Er interpretierte das Gemälde in seinem Stil und schuf ein neues Bild.

Das neu entstandene Werk wurde an den nächsten in der ausgelosten Reihe weitergeben, jeder kannte nur das Bild seines „Vordermannes“.

Eigene Gedankenspaziergänge

Zwei Wochen hatte jeder Künstler Zeit, ein neues Werk zu schaffen, so Angela Rocktäschel und Kathrin Thelen, die als Vertreter der Künstlergruppe zur Vernissage angereist waren. Spannend und faszinierend seien sowohl die Arbeit an den Werken als auch das Ergebnis gewesen.

Jeweils auf eigene Art und Weise haben sich die Künstler dem Thema genähert: mit textilen Techniken, mit Acryl auf Leinwand, mit künstlerisch bearbeiteter Fotografie. Der Horizont bleibt und Segel werden erkannt, bis ein Läufer auftaucht, Bewegung aufgenommen wird, ein Einhorn in den Mittelpunkt rückt, die Quadriga in Szene gesetzt wird – eine fantastische Reise, die zum Entdecken, Staunen und zu eigenen Gedankenspaziergängen einlädt.

Alte Schleifsteine und Edelstahl hat Wilfried Kleiber zu seiner Serie „Havarie“ zusammengefügt und dabei gerne auch schon einmal eine Nachtschicht eingelegt. Er sei ohnehin ein „Nachtmensch“, erklärte er lächelnd. Grobe Zeichnungen stehen am Anfang des Schaffensprozesses. Seit dem vergangenen Jahr arbeitet er mit einer völlig neuen Oberflächentechnik. Hitze und viele nachfolgende Arbeitsschritte gehören dazu.

Seine eigene Entdeckung, die er Meister Zufall verdankt und selbst weiterentwickelt hat. Glatt und rau, sanft und hart – Gegensätzlichkeit, die sich in seinen Werken spiegelt, weiche organische Formen in Symbiose mit kühlem, hartem Metall.

Außergewöhnliche Einzelstücke, die ihm, wie er sagt „tief aus der Seele geschnitten sind“. Wilfried Kleiber ist seit vielen Jahren mit Ausstellungen im In- und Ausland präsent.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert