Künstler Victor Nono liest bei Finissage aus seinem Werk

Von: Johannes Bindels
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Galerist Klaus Noack und Victor Nono (v.l.) bei der Finissage zur Ausstellung „Victor Nono – Neue Arbeiten: Bilder und Skulpturen“ in Wassenberg. Foto: Johannes Bindels

Wassenberg. Vernissage und Finissage, Anfang und Ende der Einzel-Ausstellung „Victor Nono – Neue Arbeiten: Bilder und Skulpturen“ konnten Kunstinteressierte und Besucher der Galerie Klaus Noack in Wasserberg miterleben.

Stand bei der Vernissage noch die Begegnung mit den Werken im Vordergrund, bot die Finissage mit der Lesung aus dem schriftstellerischen Werk „Das kleine Büchlein von der Vergeblichkeit der Liebesmühe“ einen weiteren Höhepunkt.

Für Victor Nono, bildender Künstler, Schriftsteller und promovierter Philosoph, ist das selbstständige Denken nicht unbekannt. Und dennoch weiß er um die Bedeutung der Aussage Joseph Beuys‘ „Ich denke sowieso mit dem Knie“. Emotionen haben nach seiner Meinung einen großen Einfluss auf das Verhalten der Menschen und sind ebenso Antrieb für kreative Ergebnisse.

Auch wenn „der Weg das Ziel ist“, wie Victor Nono im Gespräch bekennt, ist Begrenzung und Konzentration ein wichtiges Mittel für seine Arbeiten. In seinen Bildern sind Konzentration und Begrenzung nachvollziehbar. Formen, Farben und Flächen sind auch bei den großformatigen Werken einer inneren Ordnung des Schönen und Ästhetischen unterworfen. In den großzügigen Räumlichkeiten der Galerie Noack hat das Publikum einen umfangreichen Einblick in das Werk Nonos erhalten.

Auf die Frage, welchen Synonymen für „vergebliche Liebesmühe“ er aus einer Auswahl von „für die Katz sein“, „Perlen vor die Säue werfen“, „gegen Vorurteile ist kein Gras gewachsen“ oder „Reisende soll man nicht aufhalten“ zustimmen würde, war für Nono nur das letztere Beispiel denkbar. Denn auch sein Buch, aus dem er vorlas, handelte von der „vergeblichen Liebesmühe“ bei der Suche nach dem Glück, wie auch bei Beziehungsdramen. „Ohne Liebe kommen wir nicht aus“, betonte Nono, bevor er mit seinem vorgelesenen Beitrag nachvollziehbar machte, wie schwierig es sein kann, diese zu bekommen und zu erhalten.

Insbesondere, wenn im Mittelpunkt der verhängnisvolle und ödipal-affine Machtkampf zwischen einem Sohn und seiner Mutter steht. Die Mutter, ein ichbezogener und wenig rationaler Nörgelvulkan, bringt ihren Sohn mit der ganzen Bandbreite ihres effizient eingesetzten Selbstmitleids an den Rand des Zusammenbruchs. „Er wurde geboren, er würde sterben, weil es seine Mutter so wollte“, lautet denn auch eine Zeile.

Die Intensität der Geschichte konnte unter die Haut gehen. Das dürfte auch manchem Zuhörer so ergangen sein. Erst mit der satirischen Überspitzung eines völlig danebengegangenen Lebensmitteleinkaufs, bei der die Mutter im Einkaufswagen nach Hause transportiert werden muss, wird am Ende der Erzählung die Befreiung des Sohnes aus dem Dramadreieck von Opfer, Täter und Helfer nachvollziehbar.

Dass der Mensch als soziales Wesen das Gegenüber anderer Menschen braucht, ist Allgemeinwissen. Manchmal ist das Aufrichten und Widerstand leisten eine notwendige Handlung. In einem der ausgestellten Bilder ist dieses Motiv sinnbildlich dargestellt. Victor Nono gelang es, literarische Sprache und bildnerische Gestaltung zu einer Einheit zu verknüpfen. Wer sich als Besucher darauf eingelassen hatte, konnte neben dem kostenlosen Frühstück bei der Finissage ebenso genügend geistige Nahrung aufnehmen.

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