Kreis Heinsberg - Künstler fühlen sich in Atelieretage pudelwohl

Künstler fühlen sich in Atelieretage pudelwohl

Von: mb
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Der rote Teppich wird ausgerollt: Gäste sind willkommen in der Wegbergr Atelieretage. Foto: Baltes
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Ordnung muss sein: Dies gilt natürlich auch in der Atelieretage. Foto: Baltes

Kreis Heinsberg. Ein besonderer Geist scheint durch die kleinen Räume zu wehen – vielleicht ein Klostergeist? Ingrid Pusch lacht: „Nein, ein Klostergeist ist hochprozentig und lebt in Flaschen.“ Aber die Idee sei reizvoll, das müsse man sich vielleicht für das nächste Fest merken. In der zweiten Etage des Wegberger Klosters haben zehn Künstler von der Stadt Wegberg vor fünf Jahren jeweils ein kleines Atelier angemietet.

Ehemalige Klosterzellen, mit wenigen Schritten zu durchqueren, fließendes kaltes Wasser als einziger Komfort. Aber das Licht ist gut, der Ausblick hinreißend, und jeder einzelne kleine Raum ist längst zur „Welt seines Mieters“ geworden: Fensterbänke, vollgestellt mit Behältnissen für Pinsel in allen Größen, Regale bestückt mit leuchtenden Farbtöpfchen, Arbeitsflächen mit geheimnisvollen Chemikalien, Tüchern und Plastiktellern, fertige und halbfertige Werke.

Immer noch fühlen sie sich hier pudelwohl: Beate Bündgen, Johannes Donner, Ursula Kempf, Ulrike Kotlowski, Eva-Stefanie Mosburger-Dalz, Christoph Ohmes, Ingrid Pusch, Brigitte Uhrmacher, Johann Wittmann und Karin van Zoggl – niemand würde sein Atelier freiwillig aufgeben. Sie alle schätzen die Atelieretage im ehemaligen Karmeliterkloster als Rückzugspunkt, obwohl viele von ihnen zu Hause ebenfalls über ein Atelier verfügen.

Die Atelieretage im Kloster ist längst als fester Kulturpunkt in Wegberg etabliert und die Künstler können auf zahlreiche, gut besuchte Ausstellungen zurückblicken. Mehrmals im Jahr bieten sie Einblicke in das aktuelle Schaffen.

So wird am kommenden Sonntag, 21. April, von 11.30 bis 17 Uhr zum fünfjährigen Bestehen der Atelieretage eine Ausstellung präsentiert, zu deren Eröffnung Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein sprechen wird. Auch bei der Kunsttour in der Freizeit-Region Heinsberg am 5. Mai ist die Atelieretage natürlich ein Schauplatz.

Im August steht die Wegberger Kunstoffensive auf dem Programm. Und zum Jahresende wird den Besuchern des Weihnachtsmarktes in Wegberg die Möglichkeit geboten, die Atelieretage zu erkunden. Das alles geschieht immer in Eigenregie und auf eigene Kosten.

„Wir rollen gern schon mal den roten Teppich für unsere Besucher aus“, sagen die Künstler. An jedem ersten Sonntag im Monat wird die Atelieretage geöffnet, Besucher können die Künstler treffen und einige Ateliers besuchen.

Vom Erfolg ihrer gemeinsamen Aktionen wurden sie überrascht. Als sie sich vor fünf Jahren in den Ateliers einrichteten, kannten sie voneinander nicht viel mehr als die Namen, vielleicht hatten sie sich bei Ausstellungen schon einmal gesehen. „Was als lose Verbindung begann, ist zu einer schönen Gemeinschaft mit genug Freiraum und genug Zusammenhalt der einzelnen Atelierinhaber geworden“, erklärt Johannes Donner.

Das Spektrum, in dem die Künstler sich bewegen, ist breit gefächert: Malerei, Grafik, Holzschnitt, Collage, Textilkunst, Skulptur, Installationskunst. „Konkurrenzdenken ist uns fremd“, freut sich Beate Bündgen, „hier kann jeder seine eigenen Ziele verfolgen und doch in der Gemeinschaft aufgehoben sein.“

Elf Ateliers sind ursprünglich vor fünf Jahren vermietet worden. Als ein Atelier-Mieter sein Domizil aufgab, haben sich die verbliebenen Bewohner kurzerhand zusammengeschlossen und den Raum gemeinsam angemietet – als Gemeinschaftsraum. Dort treffen sie sich, wenn Feste zu organisieren sind, um alltägliche Dinge zu besprechen oder einen Kaffee zu trinken. Von jedem Atelier-Bewohner hängt dort ein kleines Kunstwerk, 50 x 50 Zentimeter groß. Sie sind sehr verschieden, so verschieden wie die Menschen, die sie angefertigt haben. Aber alle sind mit Leidenschaft und Liebe entstanden, keines ist größer, keines bedeutender, keines wichtiger. Vielleicht ist es doch der Geist der Toleranz, der durch die Raume weht...

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