Kristallisationspunkt gegen Armut: Hilfestellungen für ein normales Leben

Von: Leandra Kubiak
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Lothar Terodde (links), Ulli Stock-Hansen (3.v.l.), Claudia Walter (3.v.r.) und Khalil Hussein (2.v.r.) freuen sich darüber, dass die Anlaufstelle „KAI“ in Erkelenz gut angenommen wird. Bei der Eröffnung wurde ein afghanischer Tanz aufgeführt (Bild unten). Foto: Leandra Kubiak
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Lothar Terodde (links), Ulli Stock-Hansen (3.v.l.), Claudia Walter (3.v.r.) und Khalil Hussein (2.v.r.) freuen sich darüber, dass die Anlaufstelle „KAI“ in Erkelenz gut angenommen wird. Bei der Eröffnung wurde ein afghanischer Tanz aufgeführt (Bild Foto: Leandra Kubiak

Erkelenz. In den vergangenen Wochen hatte der DRK-Kreisverband Heinsberg eine ganze Menge zu feiern: Sowohl in Heinsberg als auch in Hückelhoven und in Gangelt wurden die neuen „KAI“-Anlaufstellen eingeweiht. Das Fest zur offiziellen Eröffnung der Einrichtung in Erkelenz machte die Reihe jetzt komplett. KAI, das steht für den Kristallisationspunkt gegen Armut durch Integration.

„Es geht im Kern darum, Menschen ein Stück weit dabei zu helfen, ein normales Leben zu führen“, fasst es Claudia Walter zusammen. Gemeinsam mit Ulli Stock-Hansen leitet sie die Stelle in Erkelenz seit dem vergangenen Herbst. Menschen, die Hilfe brauchen, bekommen in der Anlaufstelle Unterstützung bei allen Angelegenheiten. „Das können Arztbesuche sein oder auch Gänge zum Amt und ähnliches“, erklärt Stock-Hansen. Bisher werde das Angebot sehr gut angenommen, sagt sie.

Sprachbarrieren überwinden

Der Hauptteil derer, die in die Stelle kommen, seien Flüchtlinge. Bei ihnen gehe es oft darum, die sprachliche Barriere zu überbrücken. Neben den beiden Leiterinnen wurde deshalb auch ein Übersetzer eingestellt: Khalil Hussein. „Die Leute kommen auf mich zu, die sprechen immer gerne mit mir“, erzählt er. Bei der Eröffnungsfeier ergreift er dann auch das Wort. Er erzählt davon, wie er in den 90er Jahren selbst als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist; skizziert die Situation einiger Flüchtlingsfamilien, die er in der letzten Zeit in Erkelenz kennengelernt hat. „Alle Menschen teilen sich diese eine Welt, auf der wir leben. Egal, welche Herkunft oder Hautfarbe sie haben“, ist seine Botschaft.

Die kulturelle Vielfalt beim DRK wird auch bei der Eröffnungsfeier deutlich: Zu rhythmischer Musik führt eine Gruppe einen Tanz auf, der aus Afghanistan stammt. Einige der jungen Männer aus Afghanistan helfen ehrenamtlich beim DRK mit. Ob sie in Deutschland bleiben dürfen, ist noch nicht klar. „Wenn sich an der Gesetzgebung nichts ändert, werden sie wohl abgeschoben werden“, sagt Martina Hackenholt. Sie ist Teil einer Initiative, die sich in Heinsberg gegründet hat, und sich gegen die deutsche Abschiebepraxis einsetzt.

Auch wenn einer der Schwerpunkte darauf liegt, bei Problemen rund um die Migration zu helfen, ist es Stock-Hansen wichtig, zu betonen, dass „KAI“ jedem offen steht. „Wir wollen es noch weiter bekannt machen, dass jeder zu uns kommen kann, der Hilfe braucht“, sagt sie. Ein Gemeinschaftsraum in dem Gebäude an der Straße „Zur Feuerwache“ bietet die Möglichkeit zum Aufenthalt und zum offenen Austausch. Es besteht aber auch die Möglichkeit für Einzelgespräche.

Neben den drei festen Mitarbeitern werden in der Einrichtung auch drei Flüchtlinge beschäftigt. Sie arbeiten dort im Rahmen einer sogenannten Flüchtlings-Integrationsmaßnahme mit.

Mit der Umsetzung der vier „KAI“-Stellen ist Lothar Terodde, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, sehr zufrieden. Die Idee habe schon vor anderthalb Jahren gestanden, und es sei toll, dass das Konzept so schnell umgesetzt werden konnte. Möglich sei, dass innerhalb der nächsten Monate eine weitere Anlaufstelle in Geilenkirchen öffnet. „Das hängt noch davon ab, ob wir entsprechende Fördermittel erhalten“, so Terodde. Das DRK in Erkelenz soll nach Möglichkeit noch um einen Frauentreff erweitert werden. Dafür suchen die Mitarbeiter derzeit noch nach Ehrenamtlerinnen.

Eine Aktion des DRK, die definitiv schon feststeht, ist ein Zeltlager für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, das vom 15. bis zum 20. August laufen soll. Plätze sind noch frei.

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