Krimi-Komödie: Das Publikum darf auch Detektiv spielen

Von: kath
Letzte Aktualisierung:
5160505.jpg
Charlotte Meierling (Sabine Stepprath) ist erschrocken und zutiefst betroffen nach dem Tod ihres frisch verheirateten Ehemanns (Guido Domsel). Sie weiß noch nicht, dass der Mord eigentlich ihr galt. Foto: Katharina Hensel

Wassenberg-Birgelen. Ein ungeklärter Mord stand am Anfang des Abends, am Ende ein Gewinner, der gut mitgeraten hatte. Die Theatergruppe des Kindergartens Birgelen präsentierte wieder einmal eine Mitrate-Krimi-Komödie. Nach erfolgreichen Kindertheater-Aufführungen brachten sie nun schon das zweite Mitrate-Theater für Erwachsene gelungen auf die Bühne.

Das Stück mit dem Titel „Jetzt oder nie“ spielte in der Seniorenresidenz „Drei-Länder-Eck“ mitten in der Vorweihnachtszeit. Deswegen schmückte die Theatergruppe das Foyer der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg auch mit schöner und einfallsreicher Weihnachtsdekoration und verwandelte es so in einen gemütlichen, vorweihnachtlichen Saal. Das zahlreich erschienene Publikum ließ sich von der Spannung der Geschehnisse vollkommen inspirieren.

Bei vielen Kriminalgeschichten wünschen sich die Menschen oft, selber der Detektiv zu sein, um die Verbrechen aufzuklären. Das Besondere am Mitrate-Theater ist, hier wird das Mit-Ermitteln sogar verlangt.

Nachdem das Publikum in der Pause Gelegenheit hatte, einen Blick auf manches Beweisstück aus den Taschen des Toten zu erhaschen, musste man seinen Tipp abgeben und hatte dadurch die Chance auf einen tollen Preis. Zu Beginn der Vorstellung kam die neue Ein-Euro-Kraft Pinkie in die vornehme Seniorenresidenz „Drei-Länder-Eck“. Laut der Eigentümerin Senta Bleibtreu war Pinkie wohl kaum integrierbar. Da an diesem Abend jedoch ein Tanzfest stattfinden sollte, konnte Frau Bleibtreu auf keine Hilfe verzichten und stellte Pinkie ein.

Wohlhabende Bewohnerin

Der Nachmittag hatte aber noch einige Überraschungen auf Lager, die die Eigentümerin in eine schwierige finanzielle Lage bringen konnten. Denn Charlotte Meierling, eine wohlhabende Bewohnerin der Residenz, hatte sich in der Kur in Kitzbühl nicht nur verliebt, sondern auch direkt mit dem ehemaligen Internisten Dr. Knut Stiegendreher verheiratet.

Aus diesem Grund hatte Charlotte, die mit ihrer Schwester Chlothilde Meierling die Suite bewohnte, die Absicht, aus der Residenz auszuziehen. Und auch Bewohnerin Gerda Senftleben, eine sehr vergessliche Dame, konnte Frau Bleibtreu in Schwierigkeiten bringen. Denn ihr drohte die Entmündigung durch ihre Kinder aus erster Ehe. Diese wollten sie für nicht mehr geschäftsfähig erklären lassen, um so ihr Geld verwalten zu können, das Gerda von ihrem wohlhabenden zweiten Mann geerbt hatte.

Dann könnten sie Gerda auch in einer billigeren Residenz unterbringen. Das alles würde ein dickes Minus im finanziellen Haushalt von Frau Bleibtreu verursachen. Sie war also sehr darauf bedacht, alle bei ihrem Tanzfest zu verwöhnen. Doch das Tanzfest verlief nicht so, wie geplant.

Unangenehme Überraschung

Denn am Ende des Abends gab es eine unangenehme Überraschung. Ein Mord zum Dessert oder doch ein Mord durch das Dessert? Der frisch gebackene Ehemann von Charlotte Meierling war angereist, damit sie ihre Hochzeit verkünden konnten. Beim Verspeisen des Desserts brach er zusammen und starb. Der Arzt schloss einen natürlichen Tod aus. Aber wie konnte es dazu kommen? Der zufällig anwesende Privatdedektiv Bruno Kowalsky nahm die Ermittlungen in die Hand und benötigte natürlich die Unterstützung des Publikums.

Am Ende dieser gelungen Vorstellung, bei der die Theatergruppe von Kostüm, Maske über Ton und Technik bis hin zum Bistro alles selber organisierten, war auch die Tat aufgeklärt. Denn der Mord galt gar nicht Herrn Stiegendreher, sondern seiner Charlotte Meierling. Stiegendreher selber wollte Charlotte mit einem Gift im Dessert vergiften. Da die Portionen aber vertauscht wurden, starb er selber.

Die schon seit 15 Jahren bestehende Theatergruppe, die ihren Ursprung im Birgelener Kindergarten hat, konnte sich feiern lassen. Und das auch noch für einen guten Zweck. Denn der Erlös der Vorstellungen ist bestimmt für die geplante Erweiterung des Kindergartens Birgelen. Unter der Regie von Stefanie Büscher und Astrid Bärmann hat sich die über 30 Mann starke Gruppe auf der Bühne wieder einmal selbst übertroffen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert