Krieg und Evakuierung: Karl Beumers präsentiert sein drittes Buch

Von: Anna Petra Thomas
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Karl Beumers mit seinen neuen „Geschichten von gestern und vorgestern“ die er am Sonntag, 2. Februar, in Kirchhoven vorstellt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Kirchhoven. Mit seinen Recherchen über die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in seinem Geburtsort Birgden und seiner Wahlheimat Kirchhoven sowie den daraus entstandenen Büchern hat sich Karl Beumers mittlerweile in der Region einen Namen gemacht.

Nach dem Buch „Kirchhoven im Dritten Reich“ und dem zweiten Werk mit dem Titel „Warum?“, das die Kriegsereignisse in Birgden beleuchtet, hat er jetzt ein drittes Buch veröffentlicht. „Geschichten von gestern und vorgestern“ ist der Titel des Werkes, das Beumers am Sonntag 2. Februar, um 17 Uhr im Pfarrheim in Kirchhoven vorstellt (Eintritt frei).

„Ich habe 47 Familien und Menschen aus ihren Erinnerungen, Erlebnissen und ihren persönlichen Geschichten erzählen lassen“, schreibt er im Grußwort zu seinem 200 Seiten starken Buch, das mit vielen alten Fotos reich bebildert ist. Bei seinen Befragungen sei ihm aufgefallen, dass die Menschen den Krieg und die Evakuierung tief in ihrem Gedächtnis behalten hätten, im Gegensatz zu ganz normalen Abläufen in ihrem Leben.

Dennoch enthält sein Buch auch vielerlei Anekdoten aus früheren Kirchhovener Zeiten, die den Leser schmunzeln lassen. „Es war damals eine ganz außergewöhnliche Zeit“, sagt der Autor. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg seien der Krieg und die Jahre vor dem Krieg zunächst in keiner Geschichtsstunde mehr vorgekommen. „Lehrer, die zum Teil im Krieg als Soldat waren, wollten von dieser Zeit nichts mehr wissen“, so Beumers.

„In der heutigen Zeit ist es für Jung und Alt sehr wichtig, dass über diese schlimme Zeit wieder mehr geredet wird.“ Seine Veröffentlichungen sollen dabei helfen. „Wir müssen heute jede Aktivität der ‚Rechten‘ strikt ablehnen und bekämpfen, damit wir diese nationalsozialistische Zeit nie mehr erleben müssen. Dafür müssen wir uns einsetzen und kämpfen“, fordert er.

So hat er auch sein nächstes Werk schon in Arbeit. Er ist derzeit dabei, die acht Tagebücher von Christian Schreinemachers aus der Handschrift in Sütterlin in Druckschrift zu übertragen und will auch diese veröffentlichen. „Christian Schreinemachers, der im Jahre 1919 in Kirchhoven-Vinn geboren wurde und bereits 1941 als Fallschirmspringer auf Kreta sein Leben lassen musste, kann man schon als einen der ersten Widerstandskämpfer gegen die Nazis bezeichnen“, so Beumers.

Trotz aller Anfeindungen von Hitlerjugend und Lehrern, aber auch aus der Bevölkerung, sei Schreinemachers eisern geblieben und keiner nationalsozialistischen Gruppierung beigetreten.

Sieben Tagebücher hat Beumers von dessen jüngster Nichte Marlies Poschen erhalten. Das achte, das sogenannte Sturmschar-Tagebuch ist im Besitz von Käthe Peters aus Birgden. Die Sturmschar war eine katholische Jugendbewegung, die 1939 durch die Gestapo aufgelöst wurde. In verkürzter Form befindet sich dieses Tagebuch von Christian Schreinemachers bereits in den „Geschichten von gestern und vorgestern“.

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