Kreisgesundheitsamt: Aktiv und mit Spaß dabei statt nur „voll daneben“

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Kreis Heinsberg. „Der Höhepunkt der karnevalistischen Tage nähert sich unaufhaltsam. Obwohl der Alkoholkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen insgesamt zurückgegangen ist, stellt das exzessive Rauschtrinken nach wie vor ein ernst zu nehmendes Problem dar“, erklärte jetzt die Pressestelle der Kreisverwaltung.

Auch im Kreis Heinsberg seien in den vergangenen Jahren, insbesondere in der Zeit von Altweiberdonnerstag bis Veilchendienstag, immer wieder Jugendliche unter 18 Jahre mit einer Alkoholvergiftung rettungsdienstlich versorgt oder ins Krankenhaus eingeliefert worden. Im Jahr 2012 seien es beispielsweise 46 Jugendliche gewesen. Gerade aus diesem Grund sei es dem Kreisgesundheitsamt ein besonderes Anliegen, Eltern im Vorfeld der „tollen Tage“ über präventive Handlungsmöglichkeiten zu informieren.

Wie bereits im Vorjahr, werden laut Kreisverwaltung zahlreiche weiterführende Schulen im Kreisgebiet die Eltern mit einem Elternbrief über die jeweils schulspezifischen Abläufe an den Karnevalstagen informieren und ihnen ein vorher zu führendes Gespräch mit ihren Kindern über die Auswirkungen von erhöhtem Alkoholkonsum dringend empfehlen. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mit diesem Vorgehen sehr positive Erfahrungen gemacht“, ­berichtete Ilona van Halbeek, Suchtprophylaxe-Fachkraft des Kreis­gesundheitsamtes.

Die Elternbriefe seien auf große Zustimmung sowohl bei den Schulen und den Eltern, aber auch bei den Jugendlichen selbst gestoßen. Ilona van Halbeek: „Uns war es wichtig, die Jugendlichen ernst zu nehmen und eine hohe Transparenz im Umgang mit der Thematik zu ermöglichen.“ Eltern seien im Erziehungsprozess die wichtigsten Personen und – bezogen auf die eigenen Kinder – die echten Experten.

Was aber ist wichtig und hilfreich für ein gemeinsames Gespräch? Kinder und Jugendliche seien neugierig auf den Geschmack und die Wirkung alkoholischer Getränke. Freunde und Medien würden oftmals die Botschaft vermitteln, dass zum richtigen Feiern Alkohol dazugehöre. Zudem sei Alkoholkonsum gerade bei Jugendlichen ein Gruppenphänomen.

„Es empfiehlt sich grundsätzlich, ein offenes Gespräch zu führen und sich für die Feierpläne des eigenen Kindes zu interessieren: Wo und mit wem wird gefeiert? Entscheidend ist vor allem, sachlich über die Auswirkungen und Risiken eines überhöhten Alkoholkonsums zu sprechen und nach Möglichkeit eine Art von Trinkregeln zu vereinbaren“, sagte Ilona van Halbeek und nannte Ratschläge: „Nicht zu schnell und nicht zu viel trinken, Hochprozentiges meiden, möglichst nichts durcheinander trinken, zwischendurch etwas essen und Wasser trinken.“ Die Fachkraft will dabei keine „Spaßbremse“ sein: „Feiern und Karneval gehören zusammen. Und so sollte letztlich auch in der jecken Zeit für Jung und Alt die Botschaft sein: Lieber aktiv und mit Spaß dabei als voll daneben.“

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