Krankenhaus sagt Keimen den Kampf an

Von: hewi
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Desinfektion geht vor: Sandra Hauschild vom Hygiene-Team des Hermann-Josef-Krankenhauses. Foto: hewi

Erkelenz. Händewaschen reicht nicht. Vor allem, wenn man jemanden im Krankenhaus besuchen geht. Denn durch Keime, die man unbewusst ins Krankenhaus einschleppt und sie dort „verteilt“, können bei kranken und geschwächten Menschen lebensgefährliche Infektionen auslösen.

Dazu kommt, dass viele Keime sich der Umwelt anpassen und Abwehrstrategien entwickeln, um eine Behandlung mit Antibiotika zu überleben. Mitarbeiter, Patienten und Besucher des Krankenhauses können ihren Beitrag leisten, um Keime im Keim zu ersticken und Ansteckungen zu verhindern. Dazu hängen in allen Krankenzimmern und in den öffentlichen Bereichen Spender für Desinfektionsmittel.

„Die sind nicht nur für das Personal da“, betont Verwaltungsdirektor Jann Habbinga vom Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus. „Hygiene wird bei uns groß geschrieben, das Personal regelmäßig geschult.“ Zusätzlich hat das Hermann-Josef mit Sandra Hauschild, Birgit Meiner und dem Anästhesie-Chefarzt Dr. Franz-Eberhard Jacobs ein Hygieneteam, das seine Aufgabe ernst nimmt. Schon seit einigen Jahren werden neue Patienten auch auf den multiresistenten MRSA-Keim (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) untersucht.

Kritisches Bewusstsein ist nötig

Der sogenannte „Krankenhauskeim“ kann durch einen Abstrich im Rachenraum nachgewiesen und frühzeitig behandelt werden. „Der Begriff Krankenhauskeim ist irreführend“, betont Sandra Hauschild. „Der Keim ist überall zu finden, doch hier im Krankenhaus wird er gezielt gesucht.“

Eine Ursache für multiresistente Keime sehen die Mediziner in den Antibiotika, die oftmals vorschnell verschrieben und nicht sachgerecht eingenommen würden. „NRW ist Spitzenreiter beim Verschreiben von Antibiotika“, sagt Dr. Jacobs. Hier müsse sich ein kritischeres Bewusstsein bei den Patienten und den niedergelassenen Ärzten entwickeln.

Mit einer Ausstellung über Handhygiene will das Hermann-Josef auf das Thema aufmerksam machen. Noch bis Montag empfangen den Besucher im Foyer fünf mannshohe Buchstaben. „KEIME“ liest man, und wenn man näher herantritt, sieht man auch die Informationen und nützlichen Tipps, mit denen die Styropor-Buchstaben bedruckt sind.

Gleich daneben lädt ein Desinfektionsspender zum Ausprobieren ein. Gleich daneben kann man unter UV-Licht prüfen, ob man die Hände richtig desinfiziert hat. Bleiben Flächen dunkel, muss man noch mal ran und vielleicht seine Technik ändern. Die Wanderausstellung ist eine Initiative der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) und hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Schirmherrin.

Ob die Aufklärung wirkt, könne man leicht überprüfen, so Habbinga. „Wir vergleichen den Verbrauch an Desinfektionsmitteln und sehen so, ob die Botschaft angekommen ist.“ Mit jährlich rund zehn Infektionserkrankungen durch Keime liege das Hermann-Josef darüber hinaus deutlich unter dem Durchschnitt.

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