Hückelhoven - Kraftwerk muss schnell ans Netz

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Kraftwerk muss schnell ans Netz

Von: hewi
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In der Schlee soll ab August ein in Containerbauweise errichtetes Blockheizkraftwerk Strom und Wärme produzieren. Foto: hewi

Hückelhoven. Die Stadt will sich mächtig ins Zeug legen, um in kürzester Zeit ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Schlee zu errichten, das dann eine „Altanlage“ sein wird. Denn nur als solche kann mit der Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Überschuss von rund 845.000 Euro erwirtschaftet werden. Klingt seltsam, ist aber so.

Das liegt an der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Wirtschaftsminister Gabriel ein „Eckpunktepapier“ vorausgeschickt hat, das die Kommunen landauf, landab in Unsicherheit versetzt. Denn der Bau solcher Kraftwerke für die Energieversorgung im Nahbereich lohnt sich nur, wenn keine EEG-Umlage auf jede eingespeiste Kilowattstunde gezahlt werden muss. Stichtag der Gesetzesnovelle ist der 1. August.

Alle bis dahin in Betrieb genommenen Anlagen gelten als „Altanlagen“ und unterliegen auch dem alten EEG. Also ist Eile angesagt – und eine normale Ausschreibung des Bauprojektes nicht möglich, wie der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns im Stadtrat betonte. Deshalb sollte dieser Bürgermeister Bernd Jansen ermächtigen, über alle Auftragsvergaben im Zusammenhang mit dem Bau des BHKW in einer Höhe bis 550 000 Euro im Alleingang zu entscheiden. „Wenn wir es schaffen, bis Juli ans Netz zu gehen, ist das Projekt in hohem Maße wirtschaftlich“, betonte deshalb auch der Kämmerer Helmut Holländer.

Um das schaffen zu können, muss externer Sachverstand eingekauft werden. Ein Planungsbüro wird beauftragt, das BHKW in Containerbauweise auf festem Fundament zu planen. Mit der Planung müsse jedoch umgehend begonnen werden, denn es kommt auf jeden Tag an. Schlimmstenfalls, so betonte Ortmanns, habe man die Planungskosten zu tragen, auch wenn das Projekt nicht umgesetzt werde.

Mit der Wärme sollen das Rathaus und städtische Schulen in der näheren Umgebung versorgt werden. Den Überschuss speisen die Eigentümer dann in das WEP-Netz ein, um Kleingladbach mit Wärme zu versorgen. Um überhaupt lukrativ agieren zu können, muss die Stadt Eigentümer der Anlage sein. Der Bau und der Betrieb werden dann von der WEP übernommen. Doch für das Projekt muss auch umgedacht werden: So werden die Kanal- und Straßenbauarbeiten am Schröverweg erst einmal auf Eis gelegt und 190.000 Euro im aktuellen Haushalt eingespart.

Einstimmig wurde Bürgermeister Jansen ermächtigt, „auf dem kleinen Dienstweg“ die entsprechenden Aufträge zu vergeben, worüber er jedoch direkt an den Bauausschuss berichtet.

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