Korbmacherverein erinnert mit Ausstellung an Hochwasser

Von: koe
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Sehenswert: Viele Besucher informierten sich in Hilfarth bei Ausstellungseröffnung über das Hochwasser im Jahr 1965. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Hilfarth. Als Vorsitzender des Korbmacher-Vereins nahm Hermann-Josef Knur die Ehrengäste und Gäste zu Beginn seiner Ausführungen mit auf eine Reise in die Vergangenheit: Er widmete sich anlässlich der Ausstellungseröffnung den Ereignissen, die vor 50 Jahren Hilfarth in Form eines Hochwassers heimsuchten.

Damals, im Jahre 1965, am 10. Januar um 21.20 Uhr, heulten in Hilfarth die Sirenen: Hochwasseralarm. Es hatte mehrere Tage lang geregnet, die Rurtalsperren hatten ihre Schleusen geöffnet und das Schmelzwasser kam aus der Eifel. Doch das war damals für die Hilfarther Bevölkerung nichts Ungewöhnliches. Doch beim Neubau der L 364 hatte man statt einer Brücke in der Nähe der evangelischen Kirche einen Damm errichtet. Das wurde von Hilfarther Seite in mehreren Ratssitzungen der Gemeinde Hückelhoven bemängelt. Aber diese Mahnungen wurden nicht beachtet, sondern belächelt.

Welche Auswirkungen dieser Damm für Hilfarth hatte, das ist Thema der Ausstellung, die im Korbmachermuseum zu sehen ist. Neben zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft begrüßte der Vorsitzende die Vertreter der Hilfarther Ortsvereine und Feuerwehrleute der örtlichen Wehr, die auch vor 50 Jahren besonderen Einsatz zeigte.

Drei Wehre gefordert

Als Zeitzeuge sprach Friedel Fell zu den Gästen der Eröffnungsfeier. Er erläuterte, Hilfarth liege im Gegensatz zu den erhöht liegenden Nachbarorten in einer Talbreite, durchsetzt mit vielen Wasserläufen. Diese seien in regenreichen Zeiten über die Ufer getreten. Bei zu hohen Wasserständen hätten Vorläufer und Flutgräben nicht ausgereicht. Das Rurbett und drei Wehre hätten die Hochwassergefahr beheben sollen. Als die Breite Straße ausgebaut worden sei, habe man Kritik geübt, aber der damals zuständige Ingenieur habe geäußert: „Wenn wir wollen, leiten wir die Rur durch einen Strohhalm.“ Auf die Ausstellung eingehend, hob Friedel Fell hervor, die Bilder verdeutlichten, wie sehr sich das Wasser in Hilfarth vor 50 Jahren ausgebreitet habe.

Als stellvertretender Bürgermeister von Hückelhoven sprach auch Dieter Geitner zu den Gästen der Ausstellungseröffnung. Die Ausstellung zeige deutlich, dass Wasser sich immer seinen eigenen Weg suche. Er wünschte sich, die Ausstellung möge dazu beitragen, sich vor sogenannten Fachleuten in Acht zu nehmen, die glauben würden, das Wasser beherrschen zu können.

Die Jonges van de Hegge, Klaus und Arnd Holten, trugen im Verlauf der Ausstellungs-Eröffnungsfeier ihre Lieder über Hilfarth vor, so dass so mancher Besucher „heimatliche Gefühle“ bekam.

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