Kooperation hilft beim Deutschlernen

Von: Johannes Bindels
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Sie helfen Flüchtlingen dabei, die deutsche Sprache zu erlernen: Buchhändler Marcus Mesche, Pfarrer Sebastian Walde, Autorin Gisela Johlke und Uschi Preuss, Ansprechpartnerin im Sprachcafé. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg. Wenn Menschen wie Gisela Johlke als Autorin, Uschi Preuss als Ansprechpartnerin im Sprachcafé und Pfarrer Sebastian Walde der evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg sowie Marcus Mesche von der Buchhandlung Gollenstede zusammenkommen, dann bilden sie exemplarisch ein Netzwerk, welches zur Integration der Asylsuchenden praktische Hilfen bietet.

Die sind für den Einstieg in eine neue Lebensumwelt notwendig. In einem gemeinsamen Gespräch erläuterten sie Ziele und Wirkungen ihrer Zusammenarbeit.

Die Heinsbergerin Gisela Johlke macht im Rahmen des ehrenamtlichen Besuchsdienstes das Angebot, nicht nur die Menschen zu besuchen, sondern mit ihnen den Spuren ihres Lebens nachzugehen und sie festzuhalten. „Zeitzeugen aus der Zeit vor siebzig, achtzig Jahren werden bald verstummt sein“, formuliert sie ihre Motivation, die Lebensgeschichte des 92-jährigen Karkener Arnold Küppers aufzuschreiben. „Jeder, der heute einem Zeugen zuhört, wird selbst Zeuge sein“, zitiert sie die Friedensnobelpreisträgerin Elie Wiesel. So ist, mit vielen Details und Fotos untermauert, die Lebensgeschichte von Arnold Küppers in einem kleinen Buch festgehalten.

Vor allem der Umstand, in den langen Jahren seiner russischen Gefangenschaft, schnell russisch gelernt zu haben, hätten seine Überlebenschancen sehr verbessert. „Das lässt sich gut auf die heutigen, aktuellen Verhältnisse der Asylbewerber übertragen“, sagt sie. Durch die Förderung des Landschaftsverbands Rheinland LVR könne der gesamte Erlös dem Projekt Sprachcafé der evangelischen Kirchengemeinde gespendet werden.

„Unser Sprachcafé bietet vor allem für Flüchtlinge die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen“, erläutert Pfarrer Sebastian Walde. Das ökumenische Projekt in den Räumen der Heinsberger Tafel startete mit Beginn der Herbstferien und biete vor allem auch Sprachanlässe zum Erlernen der deutschen Sprache, ergänzt Walde. Dabei stehe man nicht in Konkurrenz zu Einrichtungen wie der VHS und ihren Sprachkursen. Vielmehr lege man die Basis für erste sprachliche Fähigkeiten, ohne nach einem Aufenthaltsstatus zu fragen, der ansonsten für offizielle Kurse notwendig sei.

Situationen aus dem Alltag

„Wir bieten jeweils donnerstags im Vormittag, Nachmittag und am Abend im Sprachcafé Termine, in denen unsere Teilnehmer erste sprachliche Übungen machen können“, erklärt Uschi Preuss das Angebot. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Helfern nutze man das Tannhäuser-Modell zum Erlernen von Deutsch als Fremdsprache, das sich auf die wichtigsten Situationen im Alltag beschränkt und praktische Übungen einbezieht. Es sei speziell für Flüchtlinge konzipiert, und auch das Kennenlernen von Land und Leuten sei Gegenstand der sprachlichen Übungen. „Wir bieten Kaffee und Tee, viele der Gäste bringen sich dabei ein und helfen bei der Vorbereitung. Dabei präsentieren sie uns ihre schon erlernten Sprachkenntnisse“, verdeutlicht Uschi Preuss die Vorgehensweise. Die Lernmaterialien würden kostenlos zur Verfügung gestellt und zum Üben auch außerhalb der Sprachcafé-Zeiten genutzt.

„Wir bieten die Lernmaterialien hier zur Einsicht und zum Erwerb an“, fügt Marcus Mesche für die Buchhandlung Gollenstede an. Helfende Mitbürger erwerben die Materialien und spenden diese dann dem Sprachcafé. Für je fünf verkaufte Materialien spende die Buchhandlung ein weiteres Exemplar, erläutert Marcus Mesche das Zusammenspiel.

Verkaufserlös und Spenden

Ebenso kann das Buch von Gisela Johlke in der Buchhandlung erworben werden. Der gesamte Erlös wird dem Sprachcafé gespendet. So schließe sich ein Netzwerk in einem Zusammenspiel aus ehrenamtlichen Hilfen und Spenden, welches vor allem vermitteln wolle, dass „ein schwieriges Leben gelingen kann“, wie alle Beteiligten zuversichtlich vermitteln.

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