Heinsberg - Konzert zum Reformationsjubiläum: Der Orgel majestätische Töne entlockt

Konzert zum Reformationsjubiläum: Der Orgel majestätische Töne entlockt

Von: anna
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Judith Hilgers, Rainer Bartz, Marco Fühner und Michael Hoppe (von links) präsentierten in St. Gangolf in Heinsberg Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Wie kein anderer hat Johann Sebastian Bach die Katholiken und die Protestanten mit seiner Musik verbunden.“ Dies erklärte Propst Markus Bruns in seiner Begrüßung zu einem festlichen Orgelkonzert zum Reformationsjubiläum im Rahmen der Reihe „Musik in St. Gangolf“.

Zum Spiel auf der großen Seifert-Orgel war Michael Hoppe nach Heinsberg gekommen. Er ist Kirchenmusikreferent im Bistum Aachen und Domorganist am Aachener Dom. Unter dem Leitmotiv „Wir glauben all an einen Gott“ spielte er Choralbearbeitungen aus der sogenannten Orgelmesse, dem „III. Teil der Clavierübung“.

Die von ihm gespielte Choralbearbeitung beziehungsweise das Choralvorspiel waren verbunden mit dem dazu gehörigen Gesang, den Judith Hilgers darbot, begleitet von Rainer Bartz (Cello) und Domkantor Marco Fühner an der kleinen Orgel neben dem Altarraum.

Die Frage, ob ein ganzes Orgelkonzert mit Werken von Johann Sebastian Bach nicht „zu speziell und langweilig sei“, stellte Hoppe im Begleittext eher rhetorisch. „Weil es nur wenig andere Musik gibt, die derart stark von persönlicher Glaubensüberzeugung und theologischer Aussage geprägt ist – und dies faszinierend und meditierend über dogmatische Grenzen hinweg“, antwortete er selbst. „Hören Sie die Texte der Choräle und entdecken Sie die Tiefe der Musik. Musik als Verkündigung.“

Dreifaltigkeitsfuge

Das Konzert hatte einen fulminanten Auftakt mit dem „Präludium pro Organo pleno in Es-Dur“. Ebenso majestätisch sollte der Schluss werden mit der Dreifaltigkeitsfuge. Dazwischen seien es „eher die betrachtenden, höchst kunstvoll und ausdrucksstarken Choralbearbeitungen, die in unterschiedlichster Art die liturgischen Choräle des lutherischen Gottesdienstes ausdeuten“, so Hoppe.

Nach Kyrie, Gloria und den zehn Geboten stand das Choralvorspiel „Wir glauben all an einen Gott“ im Mittelpunkt des dargebotenen Zyklus, „als einziges Choralvorspiel, das nicht die gesamte Melodie durchführt“, bemerkte Hoppe. „Diese Tatsache lässt ebenso Interpretationsspielraum, ist die Einheit im Glauben bisher doch unvollständig.“

Vaterunser, Taufe, Buße und Abendmahl führten hin zum großen „Finale“ in der „Fuga a 5 von pedale pro Organo Pleno“. Minutenlanger Applaus hinauf zur Orgelbühne und zu den drei Musikern am Altar zeigte, wie gut den Kirchenbesuchern dieses Konzert gefallen hatte.

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