Konzert im „Rondell“: Selbst die Sängerin dient als Toninstrument

Von: anna
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Lars Andreas Haug (links) und die Musiker von „LaBand“ im Heinsberger „Rondell“. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Er kann sie alle, die leisen und die lauten Töne, die Melodie, die zum Träumen reizt und den eher experimentellen „Schrei“ seines Sopransaxophons. Zusammen mit den sechs Musikern von „LaBand“, mit denen er bereits seit den 1990er Jahren zusammenarbeitet, war der norwegische Tubist und Komponist Lars Andreas Haug im Heinsberger „Rondell“ zu Gast.

Und dieses Gebäude präsentierte nicht nur zum ersten Mal ein Konzert in solch großer Besetzung. Es platzte vor dem Andrang der Besucher erneut förmlich aus allen Nähten und hat sich somit bereits in kürzester Zeit seit seiner Eröffnung einen Namen als die musikalische Kulturstätte in der Kreisstadt erobert.

„Ihr glaubt ja gar nicht, wie viel Spaß ich habe, wenn ich hier so in die Runde schaue“, befand dann auch Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, in seiner Begrüßung. „Und morgen spielen sie im Sendesaal des NDR in Bremen, die logische Reihenfolge eigentlich“, scherzte er mit Blick zurück auf die Musiker. „ “

Nicht nur seine Tuba und sein Sopransaxophon hatte Haug mit nach Heinsberg gebracht, sondern auch sein selbst gebautes Tubmarine: eine horizontal abgesägte Tuba mit einer langen, periskopartigen Röhre zum Mundstück. Aus ihr zauberte Haug im Laufe des Abends immer wieder vor allem tiefe, perkussive Töne hervor.

Zu „LaBand“ gehörten darüber hinaus seine Frau Camilla Susann Haug (Gesang), Gunnar Halle (Trompete), Frode Haltli (Knopfakkordeon), Helge Lien (Fender Rhodes Piano/Flügel), Steffen Schorn (Tubax) und Knut Aalefjaer (Schlagzeug).

Das Besondere dabei neben all den einzigartigen Instrumenten: Die Sängerin stand nicht etwa in der Mitte, sondern ganz an der Seite der Formation. Und sie benutzte während des ganzen Abends mit nur einer Ausnahme ihre Stimme auch nicht, um damit Worte zu intonieren, sondern fiel damit ebenfalls eher als reines „Toninstrument“ in die Polyrhythmen der übrigen Musiker ein.

Ihre Noten kamen wie die von Haug nicht mehr vom Papier, sondern vom Tablet-PC. So viel zur technologischen Zukunft im Konzert. Umgekehrt hatte Haug seine neuen gesammelten Kompositionen unter dem Titel „Conrairo“ aber nicht nur in Form von CDs, sondern auch als LPs mitgebracht. „Ich liebe LPs“, so seine einfache Begründung.

Im Wesentlichen waren es Stücke von dieser neuen CD, die sämtlich aus der Feder von Haug stammen. „Conrairo“ hieß auch das zweite Stück des Abends, das nach dem eher ruhigen, klassischen Einstieg mit „Coral“ ein wenig orientalisch anmutete. Was daher rührt, dass Haug das Stück tatsächlich während eines Aufenthalts in Ägypten geschrieben hat.

Das Publikum war am Ende begeistert, die einen mehr, die anderen weniger. Etwas zu „free“ meinte zwar der ein oder andere, aber dennoch waren alle überaus angetan von dem, was die Musiker „aus ihren Instrumenten herausgeholt“ hatten. Allen, auch den Musikern selbst hatte es also insgesamt sehr gut gefallen, so gut, dass Haug spontan versprach, wieder zu kommen. „Da bin ich sicher“, erklärte er. „Ein fantastisches Publikum, und das in einer so kleinen Stadt!“

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