Erkelenz - Konzert im Johanniter-Stift: Ausdrucksstark und variationsreich

Konzert im Johanniter-Stift: Ausdrucksstark und variationsreich

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Anna Karapetyan (Klavier) und Arsenis Selalmazidis (Geige) boten ein eindrucksvolles Konzert im Johanniter-Stift Erkelenz.

Erkelenz. Die Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz hatten das Gefühl, im Konzertsaal zu sitzen, so ergreifend und überzeugend war das Zusammenspiel von Pianistin Anna Karapetyan und Violinist Arsenis Selalmazidis.

Zu verdanken hatten sie diesen Hörgenuss Sibylle Schoeller vom Verein „Yehudi Menuhin Live Music Now Köln“, die nun schon zum zehnten Mal in der Einrichtung ein Konzert organisierte. „Live Music Now“ wurde im Jahr 1977 durch den weltberühmten Geiger Yehudi Menuhin gegründet mit dem Ziel, junge begabte Musiker zu fördern und Menschen aller Altersstufen in sozialen Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, ein Konzert zu erleben.

Die beiden jungen Musiker, die sich an der Musikhochschule Köln kennen lernten, verstanden es, die Zuhörer musikalisch zu fesseln. „Ihnen gelingt es, die Musik so rüberzubringen, dass die Bewohner die Seele baumeln lassen können“, bemerkte Melanie Gebhardt, Leitung Sozialer Dienst.

Um das Publikum einzustimmen, wählte das Duo zum Einstieg die „Caprice Vinnois“ von Fritz Kreisler (1875 bis 1962). Harmonisch aufeinander abgestimmt spielten sie sich durch die schwungvollen und zurückgenommenen Passagen. Bevor sie dann fortfuhren, wandten sich die Musiker an die Bewohner.

Arsenis Selalmazidis, 1990 in Oulianofsk in Griechenland geboren, stellte seine Geige vor. „Es handelt sich um ein mehr als 300 Jahre altes Instrument“, erklärte er. Zum Korpus gehöre noch der Bogen, der aus Pferdehaar bestehe und der „Atem der Geige“ sei, bemerkte er noch.

Dann überließ er Anna Karapetyan, die 1984 in Jerewan in Armenien geboren wurde, die Vorstellung des Flügels. Dieser hier habe 88 Tasten und drei Pedale, wobei das rechte Pedal „die Seele vom Klavier“ sei, sagte sie. Um die musikalische Vielfalt der Instrumente zu demonstrieren, spielten sie dann die Liebessonate in E-Dur in drei Sätzen von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827). Ausdrucksstark, kraftvoll und variationsreich setzten die Musiker das Thema um, wobei jedoch Klavier und Geige genügend eigenen Raum bekamen. Die beschwingt fröhlichen und mal melancholisch sehnsuchtsvollen Klänge faszinierten die Bewohner so sehr, dass sie vollkommen regungslos lauschten und am Ende „Bravo“ riefen.

Im Anschluss gab es eine musikalische Pause mit einer Melodie aus der Oper „Orfeo und Euridice“ von Christoph Willibald Gluck (1714 bis 1787), harmonisch und ruhig dargeboten. Es folgten dann schnelle Tempi-Wechsel mit einer Sonate von Claude Debussy (1862 bis 1918). Die vielen Klangfarben brachte das Duo eindrucksvoll zu Gehör, wobei mitunter das Spiel der Instrumente einem Wettlauf glich. Mal folgte die Violine dem Klavier, mal das Klavier der Violine. Mit der tonalen Komposition „Liebesleid“ von Fritz Kreisler, leidenschaftlich und harmonisch umgesetzt, spielten sie dann ihr letztes Stück.

Das Publikum applaudierte am Ende begeistert. Und Sibylle Schoeller fasste zusammen: „Das war ein ganz ergreifendes und nahezu berührendes Konzert. Und Sie waren ein tolles Publikum.“

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