Erkelenz - Konzepte für Straßen, Pflege und Betreuung

Konzepte für Straßen, Pflege und Betreuung

Von: Helmut Wichlatz
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Volkhard Dörr sprach über demografischen Wandel und seine Auswirkungen. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Der demografische Wandel und seine Auswirkungen standen beim Runden Tisch im Foyer der Stadthalle im Mittelpunkt. Der Runde Tisch, dessen Vorsitz lange bei Anne Dulies lag, wird jetzt von Astrid Wolters geleitet, die auch dem Ausschuss im Rat vorsitzt, der sich mit Fragen der Demografie beschäftigt.

Wolters stellte kurz die Arbeit des Runden Tisches und seiner Arbeitskreise vor. Er kümmert sich um den Öffentlichen Personennahverkehr ebenso wie um das Wohnen im Alter oder die Sauberkeit in der Stadt. Eng vernetzt mit Rat und Verwaltung können so Themen schnell angepackt und umgesetzt werden. Auch Jugendliche sind dabei, um ihre Interessen zu vertreten.

Frage auf der Agenda

Nun steht die Frage auf der Agenda, wie man dem demografischen Wandel und dessen Auswirkungen begegnen soll. Denn „die Gesellschaft wird älter, bunter und weniger“, sagte Volkhard Dörr. Er leitet beim Kreis Heinsberg die Stabsstelle „Demografischer Wandel und Sozialplanung“ und soll den Kreis in diesen Belangen zukunftstauglich machen. 2030, so Dörr, wird der „Mittelbau“ in der Gesellschaftspyramide abgenommen haben. Den fehlenden jungen und mittleren Erwachsenen steht aber eine wachsende Gruppe von Senioren gegenüber.

Allein im Bereich der über 90-Jährigen wird mit einem Zuwachs von 180 Prozent gerechnet. Mit allen Folgeproblemen. Bundesweit wird mit einer Zahl von rund vier Millionen Demenzerkrankten gerechnet. Nun müssen die Weichen gestellt werden, denn die veränderte Alterspyramide wird auch Veränderungen im Straßenbild und in den Wohnformen mit sich bringen.

Zur Bewältigung der Auswirkungen komme auch die positive Beeinflussung der Ursachen des Wandels. Die Bedingungen für Familien müssten von der frühkindlichen Betreuung bis zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Wertschätzung von pflegenden Angehörigen angepasst werden. Dies beginne in den Kommunen vor Ort, betonte Dörr. „Der Kristallisationspunkt ist hier bei Ihnen“, sagte er und verwies auf die Quartiersentwicklung als Projekt.

Die Lebensumstände vor Ort für die zu erwartende Zukunft müssten geschaffen werden. Dies sei Aufgabe der Gesellschaft und Politik vor Ort. Dafür sei auch eine genaue Analyse der Stärken und Schwächen vor Ort in den Quartieren nötig. Erkelenz besteht aus zehn sogenannten Quartieren, womit Einheiten von 2500 bis 3500 Personen gemeint sind. Bis zu 10.000 Einwohner bilden einen übergeordneten Sozialraum, Erkelenz hat vier davon.

Die Bedingungen sind in den Quartieren unterschiedlich. Deshalb müsse man verstärkt auf Initiativen aus der Bevölkerung setzen, dort Potenziale erkennen und diese fördern, um die Orte weiterhin lebenswert zu halten. Dabei dürften auch die Stärken des Standortes nicht außer Acht gelassen werden, da sich an ihnen Entwicklungskonzepte anlehnen ließen.

Senioren in Netzwerke einbinden

Mit Blick auf die häusliche Pflege und die Einbindung von Senioren in soziale Netzwerke forderte er eine Rückbesinnung auf eine nachbarschaftliche Kultur. Familiäre Bindungen seien heute oft durch räumliche Distanz nicht praktizierbar. Deshalb seien das Ehrenamt und soziales Engagement gefragt, hob Dörr hervor. Damit schloss er an die Forderung von Astrid Wolters an. Sie hatte zuvor den Dornröschenschlaf des Arbeitskreises „Soziales Engagement“ bemängelt und ihn als Sorgenkind bezeichnet. Ein Beispiel dafür sei der neu gegründete Verein „Willkommen in Erkelenz“, der die Willkommenskultur in der Stadt gegenüber Flüchtlingen und Asylbewerbern beleben will.

Dieter Spalink von der SPD sagte, dass der Personennahverkehr und damit die Anbindung an die Stadt gerade für Senioren in den Außenorten von großer Bedeutung seien. Auch müsse sichergestellt werden, dass die ärztliche Versorgung vor Ort in den Quartieren gewährleistet sei.

Der demografische Wandel wird den Runden Tisch in seinen Arbeitskreisen weiter beschäftigen. Wolters verwies auf das barrierefreie und generationengerechte Bauprojekt, das am Bauxhof realisiert wurde. Dabei hatte der Runde Tisch mitgewirkt.

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