Konfirmanden bringen „die Welle“ auf die Bühne

Von: hewi
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Noch wird geprobt, aber schon am kommenden Freitag zeigen die Konfirmanden der Gemeinde Schwanenberg ihr Talent auf der Bühne. Foto: hewi

Erkelenz-Schwanenberg. Konfirmanden der letzten beiden Jahrgänge machen in der evangelischen Gemeinde Schwanenberg seit Dezember die Welle. Pastor Robin Banerjee und eine Reihe katholischer Freunde unterstützen sie dabei. Und ihre Welle hat es in sich.

Denn es handelt sich um das gleichnamige Theaterstück von Reinhold Tritt, das wiederum auf dem Roman von Morton Rhue basiert.

Worum es geht? Der „coole“ Lehrer Ben Ross startet mit seinen Schülern ein Experiment, in dem es darum geht, gruppendynamische Prozesse zu verdeutlichen. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder.

Der Stoff ist bekannt und wurde in Deutschland mit Jürgen Vogel verfilmt. „Damit hat unsere Welle aber nichts zu tun“, betonen die Schüler. Ihnen geht es nicht um Effekte und Action, vielmehr stehen Aufklärung und Nachdenken auf ihrer Agenda.

Theaterstücke haben in der evangelischen Gemeinde eine lange und durchaus auch erfolgreiche Tradition. Das erste Stück brachte Banerjee mit seinen Konfirmanden schon vor zehn Jahren auf die Bühne, vor zwei Jahre wurde das Projekt mit dem Ehrenamtspreis der Rheinischen Kirche ausgezeichnet.

Doch darum gehe es nicht, betont Banerjee bei einem Probenbesuch. Im Vordergrund stehen das Gruppenerlebnis und die persönliche Stärkung der Mitwirkenden. Eigentlich sei sie ein zurückhaltender Typ, erklärt Lea Neubauer. „In der Theaterarbeit habe ich gelernt, meine Ängste zu überwinden.“ Auch Cynthia Dürbaum ist voll des Lobes, denn „ich nehme für mein Leben mehr Selbstbewusstsein mit“.

Ganz pragmatisch sieht es Matthias Jäger, den man als skeptischen Schuldirektor Owens sehen wird. „Ich habe über das Thema hier mehr gelernt als in der Schule“, betont er. Denn neben der reinen Schauspielerei steht auch die intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema auf dem Programm. Wann wird eine Bewegung gefährlich? Ab wann kippt eine an sich gute Idee um und wird schlecht? „Die Theaterarbeit ist eine Chance, den Jugendlichen etwas für ihr Leben mitzugeben“, sagt Banerjee.

Ausgewählt hatten sie das Stück gemeinsam, bevor im Dezember im Wochentakt mit den Proben begonnen wurde. Immer wieder wurden Szenen geändert und neu einstudiert, ein Sprechtrainer und ein Geschichtslehrer gaben zusätzliche Impulse.

In der heißen Phase wird natürlich öfter geprobt und für den Premierentag haben die Akteure sogar schulfrei bekommen. „Nach der Generalprobe ist meine Arbeit eigentlich beendet“, sagt Banerjee. Denn auf der großen Bühne in der Mehrzweckhalle sind die jungen Schauspieler natürlich auf sich gestellt. „Es ist nicht so wichtig, dass der Text wortwörtlich sitzt“, sagt er. „Aber die Jugendlichen müssen in ihre Rollen schlüpfen, um sie auch glaubwürdig verkörpern zu können.“

Von den Eltern und Mitbürgern wird die Arbeit der Theatertruppe unterstützt. Das örtliche Bauunternehmen Schwarz-Bau hilft bei der Bühne, Mütter und Väter kümmern sich ums Catering, die Technik und andere Arbeiten, damit auch dieses Stück wieder reibungslos über die Bühne geht.

Fünf Aufführungen stehen von Freitag, 11. September, bis Montag, 14. September, auf dem Programm. Die ersten drei Aufführungen sind schon ausverkauft, Karten sind im Pfarrbüro nur noch für Sonntag und Montag erhältlich. Die Vorfreude steigt, zumal die Akteure und ihr Regisseur über eigene Ideen zur Inszenierung strikt schweigen.

Die Anspannung, die bei dem Probentermin im Gemeindesaal trotz aller Heiterkeit zu spüren ist, wird wohl erst beendet sein, wenn sich alle Beteiligten nach der Premiere zum Feiern auf der Bühne treffen.

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