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Kommentiert: Wer zu spät kommt, sitzt im falschen Bus

Ein Kommentar von Daniel Gerhards

Das „Missverständnis“ in der Heinsberger Notunterkunft für Flüchtlinge zeigt vor allem eines: Die Behörden sind angesichts der großen Anzahl der ankommenden Flüchtlinge völlig überfordert.

Diese Kritik zielt weniger gegen die Städte und Gemeinden, sondern vor allem gegen die übergeordneten Verwaltungsebenen. Die Kommunen klagen immer wieder darüber, dass sie in kürzester Zeit immer neue Flüchtlinge aufnehmen müssen – auf Anweisung der Bezirksregierung. Die Menschen werden einfach an die Städte und Gemeinden durchgereicht.

Die können dann sehen, wie sie klarkommen. Nur dank des großen Einsatzes ehrenamtlicher Helfer ist das ganze System noch nicht kollabiert. Details machen deutlich, wie schlecht die Verteilung der Flüchtlinge geregelt ist: Nach der Registrierung in einer von drei Einrichtungen in NRW entscheidet oft der Zufall darüber, wo die Reise für die Flüchtlinge hingeht. Geht es mit der Registrierung flott, sitzt der Flüchtling vielleicht in einem Bus nach Heinsberg.

Dauert es länger, ist der Bus weg und die Fahrt geht in eine andere Stadt. Die Posse um die Flüchtlinge, die auf eigene Faust wieder aus Heinsberg abgereist sind, macht deutlich, dass Bezirks- und Landesregierung in der Pflicht sind, komplizierte und undurchsichtige Vorgehensweisen bei der Verteilung von Flüchtlingen zu hinterfragen.

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