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Kommentiert: Viele warme Worte

Ein Kommentar von Nicola Gottfroh

Heinsberg. Es scheint so, als wolle der Winter in diesem Jahr lieber ein Frühling sein. Und so bleibt auch echten Winterfans nur eine Wahl: Sich damit arrangieren. Für viele lautet das Motto dieser Tage Eis schlecken statt Eislaufen.

Immerhin gibt es in der Region noch den einen oder anderen Eisdielenbesitzer, der nicht in Italien überwintert. Das Wetter kurbelt da gleich zu Beginn des Jahres den Umsatz an. Über mehr Geld in der Kasse werden sich auch die Städte und Gemeinden freuen dürfen. Immerhin bleiben die vielen hunderttausend Tonnen Salz, die allein im Kreis Heinsberg eingekauft wurden, um im frostigen Fall des Winters für sichere Straßen zu sorgen, im Silo. Zu den vollen Vorratskammern kommen leere Überstundenkonten der Bauhofmitarbeiter. Beides zusammen schont die Stadtkasse auf eine für den Winter ziemlich unübliche Weise.

Was den Kämmerer die Hände reiben lässt, treibt manchem Bauhofmitarbeiter aber eher die Sorgenfalten auf die Stirn. Denn für ihn gehören die frostigen Überstunden im Winter ebenso dazu wie für die Schüler das Hitzefrei im Sommer, die Leute vom Bauhof dürfen die Überstunden aus der kalten Zeit irgendwann auch wieder abfeiern – am liebsten im Sommer. Auch die Kreisbürger, die sich nicht nach Abfeiern, sondern nach Abfahren sehnen, bedauern das Ausbleiben des Winters. Obwohl, das müssen sie dann schon zugeben, es im Heinsberger Land selten solche Schneemassen gegeben hat, dass es zur Abfahrt auf Skiern vom Burgberg gereicht hätte. Dafür muss man auch in kalten Jahren in die Wintersportregionen fahren. So wie die Kanzlerin. Doch auch wo viel Schnee liegt, fällt man nicht unbedingt sanft. Das musste Angela Merkel jüngst am eigenen Leib - oder vielmehr Becken - erfahren. Nach ihrem schmerzhaften „Po-Faller“ auf den Brettern hat sie sich den Beckenring gebrochen. Und so ist der Wirbel um Ronald Pofalla diese Woche ganz sicher nicht ihr größtes Ärgernis.

Dass es auch Auswirkungen bis in den Kreis Heinsberg hinein hat, wenn die Kanzlerin im fernen Wintersportgebiet auf die vier Buchstaben fällt, mussten einige Merbecker Kinder erfahren. Und so wurde der Kanzlerin Missgeschick ihr Ärgernis. Zwar durften die Sternsinger aus dem Wegberger Stadtteil zum traditionellen Empfang der Kanzlerin nach Berlin fahren – doch weil die Regierungschefin sich schonen muss, reichte es nur für ein paar warme Worte in diesem ohnehin schon viel zu warmen Januar. Das persönliche Foto jeder Sternsingergruppe mit Angela Merkel wurde am Ende „nur“ ein gemeinsames Bild mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier. „Peter wer?“, dürfte sich mancher Sternsinger zunächst gefragt haben. Dann haben aber doch alle stolz in die Kamera gelächelt. Zwar ist Altmaier nicht Robbi Williams. Die Merkel ist aber auch nicht Lady Gaga. Auch wenn Skifahren im gefühlten Frühling wirklich gaga ist.

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