Kommentiert: Niedergang der Hauptschule politisch forciert

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Kommentiert: Niedergang der Hauptschule politisch forciert

Ein Kommentar von Rainer Herwartz

Schulministerin Sylvia Löhrmann erklärte unlängst, der Trend der Hauptschulschließungen lasse sich „trotz der guten Arbeit“ an dieser Schulform nicht aufhalten. Die meisten Eltern wählten eben eine Schulform, die ihren Kindern alle Bildungswege offenhalte. Dass die Anmeldezahlen an den Hauptschulen dramatisch sanken, steht außer Frage, doch dürfte ebenso unbestreitbar sein, dass der Grund hierfür politisch forciert wurde.

Das traditionelle Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium wurde schon vor Jahren vor allem aus der rot-grünen Ecke als antiquiert verteufelt. Ein Argument war, dass die Kinder viel zu früh auf einen bestimmten Bildungsweg festgelegt seien und ihnen dadurch der Weg zum Abitur verbaut werde. Möglichst viele Schulabgänger mit Abitur war das erklärte Ziel.

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass mit der Einführung der Gesamtschule das Totenglöcklein der Hauptschule läutete. Verdrängt wurde dabei, dass auch für einen Hauptschüler der Weg in die gymnasiale Oberstufe offensteht. Ausgeblendet wurde ebenso, dass dieses antiquierte Schulsystem Jahrzehnte die Basis dafür legte, dass Handwerks- und Ingenieurkunst „Made in Germany“ weltweit für Furore sorgte.

Ein Markenzeichen, das mittlerweile mächtig Federn lassen musste. Ebenso wie die Universitätsprofessoren Haare, die ihnen beim Raufen derselben verloren gingen, weil heutige Abiturienten oftmals nicht annähernd die Grundkenntnisse besitzen, die sie für ein Ingenieurstudium benötigen. Die Hauptschule wurde sukzessive über Jahre zum Schattendasein verurteilt, bis sie als intellektuelle Resterampe endete. Davon blieb auch Heinsberg nicht verschont.

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