Kommentiert: Leck geschlagen

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Kommentiert: Leck geschlagen

Ein Kommentar von Rainer Herwartz

Das neue Jahr beginnt für die Heinsberger CDU so, wie das alte endete.

Der öffentliche Rücktritt des Kempener Ortsverbandsvorsitzenden Walter Forscheln als Protestkundgebung gegen die Grundschulpolitik seiner Parteifreunde im Rat hatte bei den Christdemokraten die festliche Stimmung sicherlich getrübt.

Und nun folgt dem „guten Rutsch“ ins neue Jahr gleich der nächste Ausrutscher. Der eigene Fraktionschef im Landtag, Armin Laschet, kommt gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Bernd Krückel zu der Erkenntnis, die Bedenken der Bürger zu den Standortschließungen der Grundschulen „in weiten Teilen“ zu teilen. Kann man dies als weiteren Schlag in die Magengrube der CDU-Ratsvertreter ansehen? Man kann nicht nur, man muss.

Der eine oder andere Christdemokrat dürfte auch jetzt noch die Reste des weihnachtlichen Christstollens hervorwürgen. Wann bitteschön hat es ein solches Szenario denn schon einmal gegeben? Der renommierteste Landespolitiker einer Partei watscht seine eigenen Parteikollegen aus der Kreisliga ab. Und das, ohne sie selbst einmal nach den Gründen für ihre umstrittene Entscheidung befragt zu haben. Entweder geht Herr Laschet hier ein wenig zu lasch mit seiner Verantwortung um, die er gegenüber seiner Basis hat, oder die Argumente der besorgten Eltern aus Unterbruch und Kempen sind für ihn so stichhaltig und überzeugend, dass er den Heinsberger CDUlern nicht zutraut, diese noch entkräften zu können. Beides wäre gleichermaßen ein Armutszeugnis.

Die „Schulretter“ hingegen dürfen das CDU-Dilemma ohne Zweifel als Triumph verbuchen. Sie rudern ihr Boot zielsicher und beharrlich. Ob sie es am Ende mit Klagen und Bürgerbegehren in einen sicheren Hafen steuern können, wird sich zeigen. Die Besatzung der leck geschlagenen CDU-Barke sollte sich jedoch nicht in Sicherheit wiegen, nur weil sie glaubt, mit ihrem bereits abgehakten Ratsbeschluss einfach nur vor Anker liegen bleiben und auf besseres Wetter warten zu müssen. Hin und wieder soll auch schon einmal ein Kahn im Hafenbecken abgesoffen sein.

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