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Kommentiert: Besser vorher mal nachfragen

Ein Kommentar von Rainer Herwartz

Puh, das ist ja noch mal gut gegangen. „Auch der allzu große Eifer im Guten kann zu allen Zeiten das Gute hindern und das Böse fördern“ hatte schon im 18. Jahrhundert der deutsche Dichter und Pädagoge Johann Peter Hebel erkannt.

Recht hatte er, wie sich wieder einmal zeigt. Der Übereifer der „Schulretter“ hätte im Heinsberger Ort Porselen im Erfolgsfall ihres angestrebten Bürgerentscheids zweifellos mehr Schaden angerichtet als genutzt. Denn der Kampf für den Erhalt der Grundschulen in Unterbruch, Kempen und Porselen war im letzten Fall gar nicht gewollt. Und die Gründe hierfür leicht nachzuvollziehen. Die Krux – man sollte sie kennen.

Karnevalistisch betrachtet: Bevor man sich anschickt, in die Schlacht zu ziehen und das Burgfräulein zu retten, ist es gemeinhin dienlich zu wissen, ob das Schneckchen sich nicht vielleicht gerade pudelwohl fühlt und auf den ganzen Zinnober mit Burgerstürmung und Drachentöten verzichten kann. Die „Schulretter“ haben nun genau das gemacht, was sie Verwaltung und Ratsmehrheit vorwerfen – gehandelt, ohne nachzufragen, was gewünscht und sinnvoll ist. Den Antrag für das Bürgerbegehren zu korrigieren, ist natürlich ungleich leichter, als einen Ratsentscheid zu revidieren. Vor allem, wenn man unterstellt, dass der Rat in der Tat das „Große Ganze“ im Blick hatte.

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