Kneifend, stechend und kitzelnd durch die Story

Von: defi
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Der niederländische Autor Herman Koch war in der Buchhandlung Gollenstede zu Gast. Koch ist Preisträger des Euregio-Schüler-Literaturpreises und las aus seinem Roman „Sommerhaus mit Swimmingpool“. Foto: defi
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Der niederländische Autor Herman Koch war in der Buchhandlung Gollenstede zu Gast. Koch ist Preisträger des Euregio-Schüler-Literaturpreises. Foto: defi

Heinsberg. „In ihrem Buch ist alles zu finden, was jungen Lesern wie uns gefällt.“ Und ein paar Zeilen weiter heißt es in der Laudatio auf den Preisträger des Projektes „Die Euregio liest“, das mit Hilfe von Literatur eine ganze Region zusammenbringen und Grenzen niederreißen möchte: „Schließlich lassen Ihr Zynismus und Ihr Sarkasmus niemanden unberührt.“

Einen Abend vor der offiziellen Preisverleihung und der zitierten Lobrede las der Preisträger des Projektes, der Niederländer Herman Koch, in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg aus seinem neuen Roman „Sommerhaus mit Swimmingpool“.

Auseinandersetzung mit Literatur

Die gemeinsame Auseinandersetzung von belgischen, niederländischen und deutschen Schülern mit der Kunst des Schreibens war das Ziel des neuen Projektes „Die Euregio liest“. Die Lesung in Heinsberg bildete den Abschluss der im Januar in Aachen begonnenen Veranstaltungsreihe.

Buchhändler Marcus Mesche von der Buchhandlung Gollenstede freute sich, seinen Gästen mit Herman Koch den Preisträger des Euregio-Schüler-Literaturpreises vorstellen zu können.

Renommierte Autoren aus den drei Sprachräumen der Euregio stellten in Aachen, Lüttich, Heinsberg und Eupen ihre Bücher vor. Eine internationale Schülerjury fällte ihr Urteil.

Schwarzer Humor

Der Roman „Sommerhaus mit Swimmingpool“, ein Thriller voll mit schwarzem Humor, lag schließlich ganz oben in der Gunst der jungen Kritiker, deren eben zitiertes Urteil so messerscharf ausfiel, wie manche Patientenbehandlung, die Herman Koch in seinem Roman detailverliebt zu berichten weiß. Der Laudator: „Nichts fehlt! Genau wie das Krebstier am Rande des Wassers, das auf dem Buchdeckel zu sehen ist, nehmen sie kneifend, stechend, kitzelnd den Leser mit durch die ganze Erzählung.“

Der junge Kritiker lobt besonders die genauen Beschreibungen von Patienten und ihren Krankheiten. Diese genauen Beschreibungen in Verbindung mit der gelobten Prise Zynismus und Sarkasmus mag niemanden kalt lassen.

Kunstfehler?

Manch ein Zuhörer in der Buchhandlung Gollenstede schmunzelte durchaus bei der Beschreibung, wie die Hauptfigur von Herman Kochs Roman, der Hausarzt Marc Schlosser aus Amsterdam, sich auf die innere Untersuchung eines Patienten durch das Waschen seines Oberarms vorbereitet. Der Roman („Hochspannend und dennoch kein Krimi“, urteilte Christine Westermann) erzählt die Geschichte eines vermeintlichen Kunstfehlers an dem berühmten Schauspieler Ralph Meier. Der Schauspieler stirbt, und der Arzt wird wegen eines möglichen Kunstfehlers vor die Ärztekammer zitiert. Doch war es wirklich ein Kunstfehler?

„Sommerhaus mit Swimmingpool“ sei ein „hochspannendes, meisterlich konstruiertes Familiendrama“. Mit scharfem Witz und genialer Beobachtungsgabe lege Koch gesellschaftliche und familiäre Risse bloß und habe mit Marc Schlosser „den wohl abgründigsten Hausarzt der jüngeren Literatur“ kreiert, so der „Klappentext“.

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